Nach Sanktionen
Der Rubel fällt – auf ein Rekordtief

Die neuen Strafmaßnahmen der EU gegen Russland belasten den Rubel. Die Währung fällt auf ein neues Rekordtief. Die Börsen steckten die Sanktionen hingegen gut weg. Russlands Zentralbank möchte ihre Zinsen nicht ändern.
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Frankfurt/MoskauDer Rubel ist angesichts neuer Strafmaßnahmen gegen Russland weiter auf Talfahrt. Die Währung des Landes markierte am Freitag erneut ein Rekordtief. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 0,7 Prozent auf 37,76 Rubel. Die Europäische Union hat die verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt. Sie richten sich vor allem gegen Energie- und Rüstungsunternehmen.

Die Leitindizes der Moskauer Aktienbörse erholten sich von ihren Verlusten des Vortages, als die Sanktionen bekanntgegeben worden waren. Der RTS-Index stieg um 0,3 Prozent, der Micex-Index kletterte um 0,9 Prozent. Offenbar hatten einige Investoren noch härtere Strafen erwartet. „Die zentrale Frage ist, wie Russland reagieren wird“, sagte Mikhail Kuzmin, Analyst bei Investcafe. „Wenn da sehr harte Sanktionen kommen, werden die Märkte wieder in die Verlustzone rutschen.“

Russlands Zentralbank reagiert nicht auf Sanktionen

Trotz düsterer wirtschaftlicher Aussichten hält die russische Notenbank den Leitzins konstant. Der Schlüsselzins bleibt bei acht Prozent, wie die Zentralbank am Freitag entschied. Ungeachtet einer Teuerung von voraussichtlich mehr als sieben Prozent im Jahr 2014 erwartet sie, dass sich die Inflationsrate mittelfristig wieder auf ein stabiles Niveau einpendelt. Die Notenbank zeigt sich damit überraschenderweise weniger besorgt über Inflationsgefahren als bislang. Größere Sorgen bereiten ihr nun offenbar die mageren Wachstumsaussichten, die unter den Sanktionen des Westens und russischen Gegenmaßnahmen im Zug der Ukraine-Krise leiden.

Die Währungshüter rechnen damit, dass sich angesichts dieses widrigen Umfelds in der zweiten Jahreshälfte das Wachstum weiter verlangsamen wird. Für 2014 sagt die Notenbank ein mageres Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,4 Prozent voraus. Nächstes Jahr soll die Wirtschaft des Schwellenlandes um rund ein Prozent zulegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Sanktionen: Der Rubel fällt – auf ein Rekordtief"

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  • Ha, endlich leiden die Russen! Wir gewinnen. Wir sind auf der Seite unserer ukrainischen Freunde. Jawoll.

    Sachlich: Hat sich jemand mal das Verhältnis zwischen russischem Rubel und Ukrainischer Hrywna angeschaut? Anfang des Jahres musste man noch 4 Rubel für eine Hrywna zahlen, heute nur noch drei. Warum berichtet niemand über die noch stärker gefallene Ukrainische Währung??

  • "Der Rubel fällt – auf ein Rekordtief"

    Schlimm!
    Der Euro fällt auch auf ein Rekordtief. Das ist aber im Fall des Euros nicht so schlimm, weil damit die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Industrie auf dem internationalen Markt gestärkt wird.

    Was ist denn für den Volkswirt die Definition "schlimm"?
    Ist es dann "schlimm", wenn es den Medien in die Feder passt oder ist es "schlimm", wenn es die anderen betrifft.

    In meiner Definition ist es "schlimm", wenn unschuldige Bürger darunter leiden müssen. "Schlimm" war es, als ich in der russischen Krise 1998/1999 in Moskau im Laden nach Brot anstehen musste! Kein deutscher Politiker, kein EU-Politiker hat mich damals bedauert.

    Für mich ist das jetzige Handeln auf beiden Seiten "unterste Ebene" menschlichen Handelns. Das ist Barbarei!

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