Nach Schäuble-Aussagen: Euro steigt zum Dollar auf Tageshoch

Nach Schäuble-Aussagen
Euro steigt zum Dollar auf Tageshoch

Der Euro konnte gegenüber dem Dollar ausbauen und erreichte ein vorläufiges Tageshoch. Vorangegangen waren Aussagen von Bundesfinanzminister Schäuble, dass die EZB die hohe Liquidität im Euroraum reduzieren solle.
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FrankfurtDer Euro hat am Freitagnachmittag seine Kursgewinne gegenüber dem Dollar etwas ausgebaut. Nach der Aussage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die Europäische Zentralbank solle die hohe Liquidität im Euroraum reduzieren, zog die Gemeinschaftswährung auf ihr vorläufiges Tageshoch an, gab anschließend aber wieder nach.

Der Euro notierte zuletzt mit 1,3075 Dollar 0,2 Prozent höher. Im vorläufigen Tageshoch ist die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,3117 Dollar gestiegen und im bisherigen Tief auf bis zu 1,3047 Dollar gefallen.

“Es ist viel Geld im Markt, meiner Meinung nach zu viel Geld”, sagte Schäuble im Interview mit der WirtschaftsWoche. “Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.” Allerdings seien die Spielräume derzeit wegen der Krise in Südeuropa gering, fügte der deutsche Finanzminister an.

Der Blick der Anleger richtet sich auf die Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington. Nach Aussage des japanischen Finanzministers Taro Aso hat die G-20 keine Einwände gegen die expansiven Maßnahmen der japanischen Notenbank erhoben, die den Yen auf ein Vierjahrestief gedrückt hatten. Vor diesem Hintergrund gab der Yen-Kurs gegenüber Euro und Dollar nach.

“Dieses G-20-Treffen ist ein noch größerer Blindgänger als sonst, es steht einem schwächeren Yen nicht im Wege”, sagte Todd Elmer, ein Devisenstratege von Citigroup Inc. in Singapur. Es habe die Erwartung gegeben, dass es einen “stärkeren internationalen Widerstand gegen die Yen-Abwertung geben würde, aber das hat den Bedenken ein Ende gesetzt”.

Der Yen fiel zum Euro um 1,3 Prozent auf 129,77 Yen. Zum Dollar war die japanische Devise mit 99,20 Yen 1,1 Prozent leichter und sinkt damit bereits den vierten Tag in Folge.

Der Schweizer Franken war knapp 0,1 Prozent leichter zum Euro bei 1,2177 Franken. Die eidgenössische Währung stieg gegenüber dem Dollar um etwa 0,3 Prozent auf 93,03 Rappen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • 'Schäuble' sagt
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    “Es ist viel Geld im Markt, meiner Meinung nach zu viel Geld”, sagte Schäuble im Interview mit der WirtschaftsWoche. “Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.”
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    Das kommt Herrn Schäuble nur so vor.

    Weil ihm die Anleger seine Bundesanleihen und -schatzbriefe selbst bei Zinssätzen unterhalb der Inflationsrate (1,11% für zehn Jahre) die Papiere aus den Händen reißen.

    Das liegt aber NICHT an zuviel Liquidität.

    Schließlich ist die Geldmenge M3 seit dem 1. Januar 2010 mit einer Jahresrate von 1,3% gestiegen - das ist ein Geldmengenwachstum UNTER der Inflationsrate.

    Die enorm hohe Liquidität für gute Schuldner wird nämlich durch eine sehr schwache Liquidität für schwache oder bloß nicht ganz so gute Schuldner konterkariert.

    Die Finanzmärkte sind immer noch extrem nervös hinsichtlich Bonitätsrisiken.

    Zum Teil gleicht das die EZB aus indem sie die Beleihungsbedingungen für Pfänder gelockert hat.

    Aber eben nur zum Teil - den ein systemischer Mangel an Bonität ist tatsächlich gegeben, und der muß langsam abgebaut werden.

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