Nach umstrittenem Votum: Ungarischer Forint auf Talfahrt

Nach umstrittenem Votum
Ungarischer Forint auf Talfahrt

Das ungarische Parlament hat eine umstrittene Verfassungsreform verabschiedet und damit die eigene Landeswährung auf Talfahrt geschickt. Zudem verstärken Inflationszahlen diesen Trend. Börsianer erwarten Zinssenkungen.
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FrankfurtNach dem Votum des Parlaments für eine umstrittene Verfassungsreform, die auf die Entmachtung des Verfassungsgerichts hinausläuft, hat die ungarische Landeswährung ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt. Für einen Euro mussten zeitweise 305,70 Forint bezahlt werden und damit so viel wie seit Anfang Juni vorigen Jahres nicht mehr. Am Vorabend waren es noch 301,65 Forint gewesen. Auslöser für die Verkäufe waren auch Inflationsdaten. So waren die Verbraucherpreise im Februar amtlichen Angaben zufolge mit eine Jahresrate von 2,8 nach 3,7 Prozent im Januar gestiegen. Es war die niedrigste Rate seit Juni 2006. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg von 3,1 Prozent gerechnet.

Zudem erklärte Ministerpräsident Viktor Orban, es sei entscheidend, dass die Zinsen auf einem niedrigeren Niveau seien. Nur so könnte für Unternehmen ein Kreditprogramm mit einer Verzinsung von unter acht bis zehn Prozent aufgelegt werden, erklärte Orban bei einem Business Forum.

Börsianer gehen davon aus, dass die Preisentwicklung weitere Zinssenkungen nach sich ziehen wird. Ungarn hat zuletzt Ende Februar die Zinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 5,25 Prozent gesenkt. Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen bis auf 4,5 Prozent. Die schwache Preisentwicklung hängt Analysten zufolge auch mit der schwachen konjunkturellen Entwicklung zusammen. Zudem spielten seit dem Jahresbeginn staatlich verordnete Senkungen der Gas- und Strompreise eine Rolle.

Für Unmut unter den Investoren sorgt aber vor allem das Vorgehen der Regierung, die immer mehr Macht an sich zieht. Erst am Wochenende waren zwei als unabhängig geltende Notenbanker quasi kaltgestellt worden. Die Analysten von HSBC Trinkaus erwarten, dass der Forint vorerst weiter unter Druck stehen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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