Nach US-Jobdaten
Euro und Gold rutschen ab

Anleger am Devisenmarkt honorieren die überraschend guten Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt. Das lässt den Dollar steigen und Euro sowie Gold fallen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Notenbank ihr Anleihekaufprogramm früher als erwartet zurückfährt.
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FrankfurtDer Dollar profitiert von guten Daten vom US-Arbeitsmarkt. Der Dollar-Index, der zu einem Korb von sechs anderen wichtigen Währungen berechnet wird, kletterte auf den höchsten Stand seit Mitte August. Im Gegenzug sackte der Euro deutlich unter die Marke von 1,30 Dollar und notierte bei 1,2955 Dollar nach 1,3107 Dollar am Vorabend in New York. Damit war die Gemeinschaftswährung so billig wie seit Mitte Dezember nicht mehr.

Zur japanischen Währung legte der Dollar auf bis zu 96,54 Yen zu und markierte damit ein neues Dreieinhalb-Jahres-Hoch. "Der Fortschritt am Arbeitsmarkt ist unmissverständlich", sagte Marktstratege Joseph Trevisani von World Wide Markets. "Die Rally am Aktienmarkt wird durch die Jobdaten unterstützt und auch der Dollar sollte Rückhalt durch die guten Zahlen finden."

Die US-Wirtschaft hat im Februar weit mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 236.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 160.000 gerechnet. Allerdings wurde der Vormonatswert auf 119.000 von 157.000 nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 auf 7,7 Prozent.

„Der sehr gut ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht hat den Dollar gestützt“, sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank. In den USA wurden im Februar deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Zudem sank die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit Ende 2008. „Die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, dass die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm früher als bisher erwartet zurückfahren wird“, sagte Leuchtmann. Eine nicht mehr ganz so expansive Geldpolitik würde den Dollar stützen.
Eine weitere Verbesserung der Konjunkturdaten - besonders aber der Arbeitsmarktdaten - könnte Leuchtmann zufolge bis zum Jahresende zu einem Ende der Anleihekäufe führen. Zuletzt hatten bereits einige Mitglieder der Fed vor den Risiken der Anleihekaufprogramms gewarnt. „Im weiteren Jahresverlauf dürfte der Euro angesichts der stärkeren Wirtschaftsentwicklung in den USA tendenziell unter Druck bleiben“, erwartet Leuchtmann.

Der Goldpreis hat nach der Vorlage der Jobdaten weiter nachgegeben. Die Feinunze des Edelmetalls verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 1565 Dollar. Anleger setzten darauf, dass sich die US-Wirtschaft schneller erholt als bisher gedacht. Das als Risikoschutz geltende Gold war deshalb weniger gefragt und Investoren gingen lieber in den Aktienmarkt.

Der Preis für Brent-Öl blieb unter Druck. Das Fass der am Markt richtungsweisenden Nordsee-Sorte verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 110,12 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl erholte sich nach Vorlage der Daten dagegen etwas und notierte noch 0,3 Prozent niedriger bei 91,26 Dollar je Barrel.
Als Grund für den fallenden Ölpreis nannten Händler, dass die Förderung in der Nordsee und in den Opec-Staaten höher als erwartet sei. Zudem würden immer mehr Anleger ihr Geld lieber in Aktien als in Rohstoffe stecken. Auch der stärkere Dollar drückte den Ölpreis, weil die in der US-Währung berechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes teurer werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach US-Jobdaten: Euro und Gold rutschen ab"

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  • Ist doch super das Gold wieder billiger wird, dann kann ich mal wieder paar Unzen günsig nachkaufen. Danke Obama

  • ...wieviele echte (Stichwort: Net Birth/Death Model) Stellen von den 236.000 neuen Jobs geschaffen wurden, wird sich noch zeigen ! Ich vermute mal, mehr oder weniger heiße Luft

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