Nach US-Konjunkturdaten
Euro verliert gegenüber Dollar

Während der Dollar belastet ist, erhält der Euro durch die positiven Konjunkturdaten Unterstützung und verteuert sich. Für Bewegung im Markt sorgten neben den Zahlen zur Industrieproduktion auch Daten vom Arbeitsmarkt.
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FrankfurtDer Euro ist am Donnerstag von robusten Konjunkturdaten aus den USA unter Druck gesetzt worden. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3230 US-Dollar, nachdem sie im frühen Handel gut 1,33 Dollar gekostet hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3297 (Mittwoch: 1,3243) Dollar fest. Der Dollar war damit 0,7521 (0,7551) Euro wert.

Neue Zahlen vom amerikanischen Arbeits- und Immobilienmarkt bestärkten Beobachter in ihrer Erwartung, dass die US-Konjunktur in der zweiten Hälfte weiter Fahrt aufnehmen dürfte. Nach Zahlen des Arbeitsministeriums haben zuletzt so wenige Amerikaner erstmalig Arbeitslosenhilfe beantragt wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Die Volkswirte der Deutschen Bank kommentierten, die Entwicklung lasse einen beschleunigten Abbau der Erwerbslosigkeit erwarten.

Auch der amerikanische Häusermarkt - Ausgangspunkt der globalen Finanzkrise - setzt seine Erholung fort. Der NAHB-Wohnungsmarktindex, eine Umfrage in der Baubranche, stieg auf den höchsten Stand seit fast acht Jahren. Die Entwicklung am Immobilienmarkt ist von großer Bedeutung für die Konsumfreude der Verbraucher, weil viele Amerikaner ein Eigenheim besitzen. Sollte sich die konjunkturelle Erholung fortsetzen, dürfte die US-Notenbank Fed ihre milliardenschweren Anleihekäufe bald verringern. Dies würde den Dollar stützen.

Belastung für den Dollar kam zuvor von Äußerungen des Präsidenten der Federal Reserve von St. Louis, James Bullard, der am späten Mittwoch vor übertriebenem Konjunkturoptimismus in den USA gewarnt hatte.

Die Geldpolitiker sollten vorsichtig sein, ihren Kurs nur aufgrund von Wirtschaftsprognosen zu ändern, hatte Bullard bei einer Rede in Paducah, Kentucky, gesagt. Der zinspolitische Offenmarktausschuss der Fed “tendierte in den letzten Jahren dazu, zu optimistisch zu sein”, so Bullard. Damit dämpfte er Spekulationen, dass die Fed bereits im September damit beginnen könnte, ihre Anleihekäufe zu verringern.

Weitere Impulse könnten die im Tagesverlauf noch anstehenden US-Konjunkturdaten bringen. Die Industrieproduktion und der Geschäftsausblick der Philadelphia Fed werden noch erwartet.

Abebbende Spekulationen auf niedrigere Unternehmenssteuern haben den Yen stabilisiert. Entsprechende Medienberichte hatten die japanische Währung zuletzt belastet. Für einen Dollar wurden 98,50 Yen gezahlt, am Vortag waren es zeitweise 98,42 Yen.

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