Nachfrage wächst weiter
Öl bleibt auf lange Sicht teuer

Die Lage an den Rohölmärkten bleibt angespannt. Zwar haben die Ölpreise aktuell noch einmal leicht nachgeben, nachdem der tropische Sturm "Fay" die Öl- und Gasförderanlagen im Golf von Mexiko verschont hat. Experten sehen mittelfristig aber wenig Chancen für einen dauerhaften Preisrückgang.

LONDON / DÜSSELDORF. "Das große Problem ist, dass keine der fundamentalen Fakten diesen plötzlichen und signifikanten Rückgang untermauern", sagt Frederic Vanparijis, Senior Investment Manager Energie von ING Investment Management. Anfang Juli war der Preis für Rohöl der Sorte Brent auf das Rekordhoch von 147 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Danach rutschte der Ölpreis in zwei Schüben ab und pendelte zuletzt unter erheblichen Schwankungen um 110 Dollar. Zum Vergleich: Anfang 2007 kostete Rohöl nur 60 Dollar. Begründet wird der jüngste Preisrückgang mit der Dollar-Erholung, der rückläufigen Ölnachfrage in den USA und einer erwarteten wirtschaftlichen Abschwächung.

ING-Experte Vanparijis räumt ein, dass die wirtschaftliche Entwicklung nachlasse, doch gehe die Ölnachfrage insgesamt nicht zurück. "Die Weltnachfrage nach Öl wächst unverändert weiter", sagt er und blickt nach China: "Dort werden die Lichter nach den Olympischen Spielen nicht ausgehen." Er wäre nicht erstaunt, wenn China nach einem saisonalen Rückgang im Sommer wieder zu einem treibenden Nachfragefaktor würde.

Die Akteure an den Ölmärkten sorgt zudem die laufende Hurrikan-Saison in den USA. Bei "Fay" sind größere Schäden ausgeblieben, doch kann dies schon beim nächsten Wirbelsturm ganz anders aussehen. Gegen einen starken Fall der Preise spricht daneben das bevorstehende Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Das Ölkartell berät am 9. September in Wien über seine Förderquoten und die Lage an den Ölmärkten. Das angesehene Londoner Zentrum für Globale Energiestudien (CGES) warnt daher, dass die Opec einem weiteren Preisverfall nicht tatenlos zusehen werde.

"Das Kartell steht immer noch unter dem Schock des Preissturzes von 1998 und könnte jetzt mit einer übertriebenen Förderkürzung reagieren, falls der Preis die 100-Dollar-Marke nach unten zu durchbrechen droht", schreibt das CGES in seinem Marktbericht. Die Gelegenheit für einen Förderschnitt biete sich schon Anfang September.

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