Nachlassende Dynamik erwartet
Rohstoffpreise beruhigen sich

Der Haussezyklus an den globalen Rohstoffmärkten tritt nach Meinung von Ökonomen führender Banken in eine ruhigere Phase. Nach der starken Aufwärtsbewegung während der vergangenen Jahre gehen die Experten nun davon aus, dass der Preisaufschwung an Dynamik verlieren wird.

FRANKFURT. „Viele Anzeichen sprechen für eine nur leichte Aufwärtsbewegung der Rohstoffindizes“, sagt Jürgen Michels, Chefvolkswirt Deutschland bei der Citigroup. Bei den sehr stark gestiegenen Metallpreisen rechnet er sogar mit Minuskorrekturen.

Mehrere Ökonomen warnen in diesem Zusammenhang auch vor Hysterie an den Rohstoffmärkten. Es gelte zu berücksichtigen, dass das inflationsbereinigte Preisniveau trotz des über die vergangenen Jahre hinweg starken Anstiegs heute noch immer deutlich unter den Spitzenwerten früherer Konjunkturzyklen liege, sagt Christian Hefti, Leiter des Bereichs Wealth Management Research bei der UBS in Deutschland.

Der Experte teilt auch die Bedenken hinsichtlich einer langfristigen Versorgungsknappheit nicht. Kurzfristig werde das Angebot an Ressourcen grundsätzlich jedoch knapp bleiben, schränkt er ein. Steigende Pro-Kopf-Einkommen in den dicht bevölkerten Schwellenländern – allen voran in China und Indien – würden für die Zukunft auf einen unverändert hohen Bedarf an Rohstoffen schließen lassen. Damit diese Nachfrage gedeckt werden könne, seien entweder neue Produktionskapazitäten oder aber Substitutionseffekte erforderlich.

„Kurzfristig wird die Produktion große Schwierigkeiten haben, mit dem steigenden Bedarf Schritt zu halten“, sagt Hefti. Der zyklische Preisaufschwung bei Rohstoffen werde daher noch eine ganze Weile anhalten. Daher sollten die Erträge aus Rohstoff-Investments in der nächsten Zeit auch weiterhin über dem langfristigen historischen Mittelwert liegen.

„Wer einen Blick in die Zukunft der Rohstoffmärkte wagt, muss zuvor aktuelle, weltwirtschaftliche Trends analysieren und zugleich eine Konjunkturprognose wagen", sagt Michels im Handelsblatt-Gespräch. Da der Experte für das kommende Jahr eine leichte wirtschaftliche Abkühlung nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in den für die Rohstoff-Nachfrage zuletzt sehr wichtigen Schwellenländern in Asien prognostiziert, rechnet er mit einem Nachlassen der Preisdynamik.

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