Neue Höchststände
Euro und Ölpreis steigen auf Rekordniveaus

Der Euro ist am Dienstag erstmals über die Marke von 1,60 Dollar gestiegen. Auch die Notierung für Rohöl erreichte mit der Marke von 118 Dollar in New York ein Rekordhoch. Ein Ende der Preisrally ist nicht in Sicht.

HB FRANKFURT/NEW YORK/HAMBURG. Der Euro ist am Dienstag erstmals seit seiner Einführung an den Finanzmärkten über die Marke von 1,60 Dollar gestiegen. Am späten Nachmittag kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,6002 Dollar, nachdem sie am Morgen noch deutlich unter 1,59 Dollar notierte.

Zuletzt fiel der Euro indes wieder etwas zurück und kostete noch 1,5970 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,5931 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6277 Euro.

„Es war naheliegend, dass wir die Marke von 1,60 Dollar mal sehen. Ich denke, wir fallen jetzt wieder auf 1,5925 zurück und werden die 1,60 nächste Woche wieder testen“, sagte ein Händler. „Der Euro ist heute neben erneut enttäuschenden Konjunkturdaten vom amerikanischen Immobilienmarkt vor allem von Aussagen ranghoher Vertreter der EZB beflügelt worden“, sagte Devisenexperte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

So deuteten jüngste Äußerungen von Bundesbankpräsident Axel Weber und Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer darauf hin, dass schnelle Zinssenkungen der Währungshüter trotz getrübter Konjunkturaussichten endgültig vom Tisch sein dürften. Grund sei die anhaltend hohe Inflation im Euroraum, die im März auf einen Rekordwert von 3,6 Prozent gestiegen war.

„In den letzten Tagen hat sich der Euro jedoch etwas orientierungslos gezeigt“, ergänzte Sartoris. So habe die Marke von 1,60 Dollar zwar regelmäßig eine hohe Anziehungskraft ausgestrahlt, wie die mehrfachen Anläufe der Gemeinschaftswährung auf die Marke gezeigt hätten. Auf der anderen Seite seien die Investoren offensichtlich kurz vor dem Erreichen der Grenze immer wieder zurückgeschreckt und hätten zu Gewinnmitnahmen geneigt.

Kurz zuvor hatten Angriffe auf Pipelines in Nigeria und der schwache Dollar den Ölpreis auf ein Rekordhoch getrieben. Erstmals hat die Notierung für Rohöl am Dienstag die Marke von 118 Dollar durchbrochen. Ein Ende der Preisrallye ist nicht in Sicht.

Seit Tagen markiert der Ölpreis regelmäßig neue Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete im Handel an der New Yorker Rohstoffbörse zwischenzeitlich 118,05 Dollar. Damit lag der Preis deutlich über dem erst am Montag markierten bisherigen Rekordhoch von 117,83 Dollar je Fass.

Meldungen über einen Angriff auf einen japanischen Tanker und Rebellen-Attacken auf Ölpipelines in Nigeria hatten den jüngsten Preisanstieg ausgelöst. Händler äußerten zudem Sorgen vor globalen Versorgungsproblemen. Seit mehreren Wochen treibt zudem der schwache Dollar Investoren in sichere Anlagen wie Öl und Gold.

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg wagt derzeit keine Prognose, wann Öl wieder günstiger werden könnte. Aus dem Ölmarkt heraus seien die Steigerungen der letzten Wochen nicht zu begründen, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Öl sei genug vorhanden. Vielmehr sei der Finanzmarkt für den Anstieg mitverantwortlich, weil Anleger aus dem schwachen Dollar in das vergleichsweise sichere Öl flüchteten.

Die OPEC-Staaten wollen ihre Förderkapazitäten unterdessen bis zum Jahr 2012 um fünf Millionen Barrel pro Tag ausbauen. Das erklärte der Generalsekretär der Organisation Erdöl exportierender Staaten, Abdullah al Badri, am Dienstag am Rande einer Tagung in Rom.

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