Neue Krisenangst
Euro stürzt wieder unter 1,50 Dollar

Berg- und Talfahrt für den Euro. Nachdem er am Vorabend auf ein Jahreshoch über 1,51 Dollar geklettert war, ging es für die Gemeinschaftswährung postwendend wieder deutlich abwärts. Grund sind neue Sorgen um das Weltfinanzsystem, ausgelöst durch die mögliche Zahlungsunfähigkeit Dubais. Die Furcht treibt Anleger zurück in den Dollar.
  • 0

HB DÜSSELDORF. Belastet von schwachen Aktienmärkten und der Sorge vor einem erneuten Aufflammen der Finanzkrise ist der Euro am Donnerstag wieder unter die Marke von 1,50 US-Dollar gesunken. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,4980 Dollar und damit gut einen Cent weniger als am Morgen. Bis zum späten Nachmittag erholte sich der Euro nur leicht und notierte bei 1,5010 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,5071 (Mittwoch: 1,5083) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6635 (0,6630) Euro.

"Die schwachen Aktienmärkte haben den Dollar als Reservewährung gestützt und damit den Euro belastet", sagte Devisenexperte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Die Aktien wiederum gerieten unter Druck, nachdem Zahlungsschwierigkeiten des Golf-Staats Dubai bekannt wurden. Dessen Investmentgesellschaft "Dubai World" hatte seine Gläubiger wegen Finanzproblemen um einen Zahlungsaufschub gebeten. Hintergrund ist der Niedergang des heimischen Immobiliensektors - eine Folge der internationalen Finanzkrise.

"Zudem zeigen sich die Investoren angesichts der anhaltenden Dollar-Schwäche vorsichtig", ergänzte Keller. So sei mittlerweile nicht mehr gänzlich auszuschließen, dass den Worten mehrerer großer Notenbanken Taten - sprich: Devisen-Interventionen - folgen könnten. "Zudem neigt der Dollar zum Jahresende traditionell zur Schwäche." Vor allem Japan leide wegen der starken Exportabhängigkeit seiner Industrie unter dem schwachen Dollar.

Kommentare zu " Neue Krisenangst: Euro stürzt wieder unter 1,50 Dollar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%