Neues Allzeithoch
Euro so teuer wie nie

Der Euro hat am Mittwochmorgen den höchsten Stand seit seiner Einführung an den Finanzmärkten erreicht. Gegen 8 Uhr markierte die europäische Gemeinschaftswährung ihr Allzeithoch bei 1,3882 Dollar. Seit Tagen steht die US-Währung unter Druck – Gründe hierfür gibt es gleich mehrere.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung war erst vor wenigen Monaten auf Werte um 1,3650 geklettert und hatte dabei von der anhaltenden Schwäche des Dollars profitiert. Die US-Währung steht nun seit einigen Tagen wieder unter Druck, weil sich in den USA die Anzeichen mehren, dass die aktuelle Krise am Immobilienmarkt Spuren in der gesamten übrigen Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen könnte.

Experten hatten zuletzt auf die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA vom vergangenen Freitag verwiesen, die nachwirkten und den Dollar merklich belasteten. In den USA war die Beschäftigung im August zum ersten Mal seit vier Jahren rückläufig. Zudem wurde der Beschäftigungszuwachs für die Vormonate Juni und Juli deutlich nach unten revidiert. Experten hatten mit dem Einbruch am Arbeitsmarkt nicht gerechnet.

Darüber hinaus wird der Dollar von Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA gedrückt. Das Gros der Auguren rechnet damit, dass die US-Notenbank Fed in der kommenden Woche den Leitzins, der aktuell bei 5,25 Prozent liegt, senkt um weiteren Schaden durch die Hypothekenkrise abzufedern und den Banken Geld zu billigeren Konditionen anzubieten. Sie hatte erst kürzlich den Zinssatz für Übernachtausleihe durch die Banken bei der Zentralbank reduziert.

Für Deutsche und andere Europäer wird damit der Dollar immer billiger. Für einen Dollar mussten am Mittwoch 0,7206 Euro-Cent bezahlt werden.

Die Entwicklung des Euro

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro. Am 4. Januar startet der Handel in Sydney mit 1,1747 Dollar. Zeitweise steigt der Neuling auf knapp 1,19 Dollar. Wegen des sich anbahnenden Krieges im Kosovo beginnt aber bald die Talfahrt.

Dezember 1999: Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

September/Oktober 2000: Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Die EZB interveniert mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA. Als die Interventionen verpuffen, rutscht der Euro auf ein Rekordtief von 0,8225 Dollar - rund 30 Prozent unter dem Einführungsniveau.

November 2000: Eine weitere Interventionsrunde hievt die Gemeinschaftswährung wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2001: Die beginnenden Zinssenkungen der US-Notenbank Fed belasten den Dollar. Der Euro klettert auf 0,95 Dollar.

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