Neues Allzeithoch
Ölpreis steigt erstmals über 99 Dollar

Der US-Ölpreis ist am Mittwoch erstmals über 99 Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl, das als Referenzsorte für den weltweiten Ölpreis gilt, kletterte in der Nacht zum Mittwoch im Handel in Asien auf bis zu 99,20 Dollar. Die Marke von 100 Dollar je Barrel rückt damit laut Experten immer näher in den Fokus der Märkte.

HB SINGAPUR/NEW YORK. Anfang November hatte Öl nach spekulativen Käufen mit 98,62 Dollar je Fass sein letztes Allzeithoch markiert. Analysten erwarteten mit Spannung die wöchentlichen Öl-Bestandsdaten aus den USA, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollten. Als weiteren Grund für den Aufschlag beim Ölpreis nannten Händler den schwachen Dollar, Berichte über Probleme in zwei Raffinerien in den USA und Kanada sowie Spekulationen über eine erneute Leitzinssenkung der US-Notenbank.

Analyst Victor Shum von Purvin & Gertz sagte, nun nehme der Markt die 100-Dollar-Marke ins Visier. Jeff Brown von FACTS Global Energy verwies auf langfristige Gründe für die steigenden Preise: Die Nachfrage nach Öl nehme zu und die Versorgungslage sei angespannt.

Auch die Prognose des US-Wetterdienstes vom Vortag, wonach die Temperaturen im Nordosten des Landes – dem weltweit größten Heizölmarkt – bis Dezember unter den Durchschnittswerten liegen sollen, habe weiter nachgewirkt, hieß es im Handel. Zudem hätten sich viele Teilnehmer im Vorfeld der Bekanntgabe der US-Lagerbestandsdaten am Mittwoch positioniert. Hier wird mit einem leichten Anstieg um 0,8 Millionen Barrel gerechnet. „Die Prognose des US-Wetterdienstes dürfte solange den Markt beflügeln, bis diese von einer anderen Stelle wieder gesenkt wird“, kommentierte ein Analyst.

Experten hatten sich zuletzt besorgt über das hohe Niveau beim Ölpreis gezeigt. Sie sehen Gefahren für die gute Konjunktur in Deutschland, sollte Öl konstant teuer bleiben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass der Preis in den kommenden Jahren deutlich steigt.

Den hohen Ölpreis bekommen auch die Autofahrer in Deutschland weiter zu spüren. Für einen Liter Superbenzin wurden nach Angaben aus der Mineralölbranche vom Dienstag im Bundesschnitt 1,42 Euro fällig, für Diesel 1,32 Euro. Damit lagen die Spritpreise etwa auf dem Niveau des Vortages.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist erneut deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) kostete am Dienstag nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch 90,04 Dollar. Das waren 1,33 Dollar mehr als am Montag. Damit notiert der sogenannte Korbpreis knapp unter seinem Rekordstand, den er mit 90,71 Dollar am 7. November erreicht hatte. Die Opec berechnet den Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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