Neues Rekordtief
Rubel setzt Talfahrt fort

Der russische Rubel hat ein neues Rekordtief erreicht. Grund für die anhaltende Talfahrt der Währung sind die Sanktionen des Westens gegen Russland. Aber auch die schwache Konjunktur und der Ölpreis setzen dem Rubel zu.
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Moskau Der russische Rubel hat seine Talfahrt am Freitag weiter fortgesetzt und ein neues Rekordtief erreicht. Erstmals mussten für einen Euro mehr als 53 Rubel bezahlt werden, womit eine für Finanzmärkte und Verbraucher psychologisch wichtige Marke durchbrochen wurde. Für einen Dollar mussten zeitweise 41,96 Rubel gezahlt werden. Grund für die anhaltende Talfahrt der Währung sind die wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen des Westens gegen Russland, die schwache Konjunktur und der fallende Ölpreis.

Der russische Finanzminister Anton Siluanow sagte im Interview mit dem TV-Sender Russia 24, die Regierung könne ihre im Haushalt 2015 gemachten Zusagen einhalten. Die Budgetpläne für die Jahre 2015 bis 2017 müssten jedoch überarbeitet werden, falls sich die Lage nicht verbessere. „Falls die äußeren Bedingungen so kompliziert wie heute bleiben, müssen wir eine Sicherheitsversion haben mit Verpflichtungen und Ausgaben, auf die wir verzichten können“, sagte Siluanow laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Der Haushalt könne nicht das Maß an Ausgaben enthalten, das unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen festgelegt worden sei.

Das Öl- und Gasgeschäft gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des russischen Staats. Ein Barrel Öl kostet derzeit jedoch nur 86 Dollar (68 Euro), während die Regierung in ihrer Budgetplanung einen Preis von etwa 100 Dollar zugrunde legte.

Der Verfall der Währung wird von der russischen Bevölkerung mit Sorge verfolgt. Der Wertverlust sorgte bereits für einen Anstieg der Preise, der durch das von der Regierung erlassene Einfuhrverbot für zahlreiche westliche Lebensmittel noch verschärft wurde.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neues Rekordtief: Rubel setzt Talfahrt fort"

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  • Das ist schon bemerkenswert:

    Bei Russland ist ein fallender Rubel ein Krisenzeichen! In der Eurozone ist aber eine starke Währung ein Krisenzeichen und der Eurowechselkurs muss unbedingt gedrückt werden (zumindest nach Ansicht der EZB und manchen Südländern).

    Naja... wahrscheinlich kann man ja schon froh sein, dass nicht dieselben Leute diesen Widerspruch gleichzeitig kolportieren...

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