Neues Vierjahrestief
Chinesische Währung setzt die Talfahrt fort

Die chinesische Zentralbank setzt ihre Ankündigung in die Tat um und richtet den Wechselkurs stärker an Marktbewegungen aus. Der Yuan fällt. Gleichzeitig interveniert die Notenbank aber, um die Währung zu stabilisieren.
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SchanghaiDer Yuan ist am Mittwoch auf ein Vierjahrestief gefallen, nachdem die Notenbank der Volksrepublik den Mittelwert des Währungskurses zur Wochenmitte noch niedriger festgelegt hatte als bei der deutlichen Abwertung durch die Zentralbank am Dienstag.

Zudem hat die chinesische Zentralbank Händlern zufolge in den Devisenmarkt eingegriffen. In ihrem Auftrag verkauften staatseigene Banken Dollar, sagten mehrere Devisenhändler am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei offenbar, den Kurs der Landeswährung Yuan bei 6,43 zum US-Dollar zu halten. Die Zentralbank wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

An den Märkten löste der Schritt bei einigen Händlern Sorgen vor einem Währungskrieg aus. Am Dienstag hatte die Notenbank überraschend den Yuan um zwei Prozent abgewertet und gesagt, der Eingriff sei nach einer Reihe von schwachen Konjunkturdaten eine einmalige Maßnahme gewesen.

Gleichzeitig solle sich der täglich festgesetzte Kurs aber stärker an der tatsächlichen Marktbewegung orientieren. Diese Ankündigung setzte die Notenbank am Mittwoch in die Tat um und benannte als Fixing-Kurs 6,43 Yuan je Dollar. Am Dienstag hatte der Kurs 6,2298 Yuan je Dollar betragen nach 6,1162 Dollar am Montag.

Der Yuan ist keine völlig frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs, um den der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken darf. Die chinesischen Börsen gaben am Mittwoch nach dem Yuan-Rückgang zunächst nach, stabilisierten sich später aber in etwa auf dem Vortagsniveau.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die neue Methode der chinesischen Zentralbank zur Bestimmung des täglichen Yuan-Referenzkurses positiv. Die Marktkräfte dürften künftig eine größere Rolle bei der Festlegung des Wechselkurses haben, teilte der IWF am Mittwoch mit. Dies sei ein "willkommener Schritt" in Richtung einer größeren Flexibilität. Der Fonds gehe davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren ein frei schwankendes Wechselkurssystem haben könnte.

Mit der Abschwächung der Währung werden chinesische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger und die heimische Wirtschaft dürfte so angekurbelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neues Vierjahrestief: Chinesische Währung setzt die Talfahrt fort"

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  • China wertet den Yuan ab
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    Damit will sie den Wechselkurs zum Dollar stabilisieren.
    Am Dienstag hatte die Notenbank um 2% abgewertet, heute noch einmal um 1,6%.

    Am Dienstag hatte die Notenbank überraschend den Yuan um zwei Prozent abgewertet und gesagt, der Eingriff sei nach einer Reihe von schwachen Konjunkturdaten eine einmalige Maßnahme gewesen.

    Der IWF begrüßte diesen Schritt.

    Das wäre für Griechenland auch der richtige Weg, dazu müsste Griechenland aber den Euro aufgeben.
    Aber sie bleiben lieber im Euro und lassen sich von den Eurokraten (EU, EZB und ESM) durchfüttern.

  • Hallo Handelsblatt!!!! Aufwachen!!!

    für heute waren die Zahlen der chin. Exportindustrie zur Veröffentlichung angekündigt! Das sollte vor DAX-Start erfolgen! Was ist jetzt? Oder hat China die Veröffentlichung "ausgesetzt"???

  • Wohl dem, der jetzt Gold hat. Der Gewinn dort gleicht die Börsenverluste aus.

    Aber dies könnte schon ein erstes Zeichen sein, daß das letzte Gefecht nun beginnt.

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