Neues Zentralbankabkommen
Bundesbank will Option zum Goldverkauf

In den Tresoren der Bundesbank lagern noch über 3 400 Tonnen Gold. Bislang hat man auf Verkäufe weitgehend verzichtet. Im Rahmen eines neuen Zentralbankabkommens strebt die Bundesbank jetzt eine Option zum Verkauf von 600 Tonnen Gold aus ihren Goldreserven an.

HB FRANKFURT.„Die Bundesbank hat eine Option angemeldet, 600 Tonnen Gold unter einem neuen fünfjährigen Abkommen zu verkaufen“, sagte ein Bundesbank-Sprecher am Mittwoch in Frankfurt. Er bestätigte damit einen Bericht der „Börsen-Zeitung“. Bundesbank-Präsident Ernst Welteke hatte erklärt, dass eine Verwendung von Gewinnen aus einem Verkauf von Goldreserven zur Finanzierung von Forschung und Bildung in Betracht komme. Nach einem Bericht des „Spiegel“ gibt es im Bundesbank-Vorstand dafür aber keine Mehrheit. Das alte fünf-Jahres-Abkommen der 15 teilnehmenden europäischen Zentralbanken, das die jährlichen Verkäufe aller Banken auf 400 Tonnen begrenzt, läuft im September aus. Der Bundesbank-Sprecher sagte, es sei keine Entscheidung getroffen worden, ob und in welchem Umfang von der angestrebten Verkaufsoption Gebrauch gemacht würde. Die Feinunze Gold wurde am Mittwoch in London zu Kursen knapp unter 413 Dollar gehandelt.

Der „Spiegel“ hatte berichtet, fünf der acht Bundesbank-Vorstände seien gegen Überlegungen, mit Goldverkäufen Bildungs- und Forschungsprojekte zu finanzieren. Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sperre sich gegen die Idee. In Bundesbank-Kreisen hatte es geheißen, vor Abschluss der Verhandlungen mit den anderen Zentralbanken müsse über die Verwendung der Erlöse nicht entschieden werden. Die Verwendung des Erlöses für Bildung und Forschung ist eine Forderung der Bildungspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion. Die Bundesbank verfügt mit mehr als 3 400 Tonnen Gold über die zweitgrößten Gold-Reserven der Zentralbanken der Welt.

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