Nickel weiter auf Rekordniveau
Öl und Gold zum Wochenauftakt billiger

An den internationalen Rohstoffmärkten hat zu Wochenbeginn erneut der Ölpreis die Aufmerksamkeit der meisten Investoren auf sich gezogen.

HB FRANKFURT. Ein Barrel (rund 159 Liter) Öl kostete am Montag deutlich weniger als 60 Dollar, nachdem am Markt Zweifel darüber aufkamen, dass alle Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) der von dem Kartell in der vergangenen Woche beschlossenen Produktionskürzung folgen werden. „Der Markt ist sehr skeptisch, ob sich alle Mitglieder der Opec an die Vereinbarung halten werden. In der Vergangenheit war die Disziplin innerhalb der Organisation nach solchen Entscheidungen meistens eher lax“, sagte ein Ölhändler einer australischen Bank.

Der Terminkontrakt für US-Leichtöl fiel am Montag auf 58,54 Dollar, ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete am frühen Nachmittag am Terminmarkt 58,91 Dollar. Die Opec hatte am Freitag zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren eine Kürzung der Fördermenge um 1,2 Millionen Barrel pro Tag beschlossen um den seit Wochen andauernden Preisverfall des Öls zu stoppen. Saudi-Arabien, der weltgrößte Erdölexporteur, hatte am Montag Kunden in den USA und Asien darüber informiert, dass das Land ab November täglich 380.000 Barrel weniger auf den Weltmarkt pumpen will.

Für Gold ging es am Montag abwärts. Die Feinunze des Edelmetalls kostete im Mittagshandel an der London Metal Exchange 587 Dollar. In Tokio hatte der richtungweisende Gold-Future der japanischen Börse am frühen Morgen um mehr als ein Prozent an Wert verloren. Zum Handelsschluss in New York am Freitag hatte Gold noch knapp 600 Dollar je Feinunze gekostet. Zuvor war der Goldpreis kurzzeitig auf 602,20 Dollar geklettert und damit so hoch wie seit Anfang Oktober nicht mehr. Für den Handelsstart an der New Yorker Comex erwarteten die Händler auch in den USA sinkende Edelmetallpreise. Die vorbörslich berechneten Kurse zeigten für Gold, Silber und Platin fallende Notierungen.

Händler führten den Rückgang des Goldpreises in erster Linie auf die fallenden Ölnotierungen und die Abwesenheit traditionell großer Käufer am physischen Markt in Asien zurück. In den beiden großen Nachfrageländern Indonesien und Thailand seien die Märkte wegen zweier Feiertage geschlossen geblieben, hieß es. Auch die Unsicherheit vieler Investoren vor der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) wirke sich negativ auf die Stimmung am Goldmark aus, sagte ein Händler. „Viele Anleger wollen erst einmal abwarten was danach an den Devisenmärkten passiert um dann eventuell wieder Gold zu kaufen.“

Nickel verteuerte sich an der LME am Montag wieder und erreichte beinahe das Rekordpreisniveau von Freitag bei 32.625 Dollar je Tonne. Auch der Preis für Kupfer, das wichtigste der Industriemetalle, zog um 90 Dollar die Tonne auf 7620 Dollar an.

Einen ruhigen Handelstag erlebten am Montag die Londoner Kaffee-Händler. Der im November auslaufende Terminkontrakt für Robusta-Kaffee fiel bis zum frühen Nachmittag auf 1478 Dollar je Tonne. „Es gibt heute kaum Impulse. Erst wenn die Märkte in New York öffnen, werden wir sehen wohin die Reise geht“, sagte ein Händler. „Falls aus Übersee keine Unterstützung kommt, ist sogar ein weiterer Abschlag in der Größenordnung von 10 Dollar möglich.“

Kakao verteuerte sich an der Londoner Derivatebörse Liffe um elf Pfund auf 827 Pfund je Tonne. Händler sprachen von spekulativen Käufen bei gleichzeitig hoher physischer Nachfrage. Die Wetterdienste prognostizieren für den westafrikanischen Kakao-Gürtel für den gesamten Wochenverlauf vereinzelte Niederschläge.

Der Reuters-Rohstoffindex startete am Nachmittag mimimal fester bei 305,87 Punkten in den Handel. Er hatte die Woche am Freitag bei 305,74 Zählern beendet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%