Niedrige Vorräte
Ölpreis nimmt Kurs auf 85 Dollar - Metalle stagnieren

Die erwartete Verkündung neuer Geldspritzen durch die US-Notenbank hemmt auch die Teilnehmer am Rohstoffmarkt. Die Edelmetallpreise treten auf der Stelle, weil sich niemand für eine Richtung entscheiden will. Anders sieht es am Ölmarkt aus: Unerwartet niedrige Vorräten in den USA sorgen für steigende Preise.
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HB FRANKFURT. Ein überraschend kräftiger Rückgang der US-Vorräte hat Investoren am Mittwoch zu Ölkäufen veranlasst. Ein Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um knapp einen auf 84,80 Dollar. Die Nordseesorte Brent kostete 86,35 Dollar und damit 94 Cent mehr.

Die Vorräte an Rohöl, Benzin und Destillaten waren nach Angaben des American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche deutlich gesunken. "Wir sind skeptisch, dass dies den Beginn eines länger anhaltenden Lagerabbaus markiert", hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. "Der Rückgang der Rohölvorräte stellt eine Gegenbewegung zu dem starken Anstieg in der Vorwoche dar. Der Anstieg der Rohölimporte und die gesunkene Raffinerieauslastung wecken zudem Zweifel hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Lagerabbaus."

Insgesamt blieben die Anleger am Rohstoffmarkt wegen des bevorstehenden Fed-Entscheids über ein neues Anleihenkaufprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft sehr zurückhaltend. Der Kupferpreis bewegte sich kaum. Die Tonne des Industriemetalls kostete nahezu unverändert 8445 Dollar. "Jeder wartet auf die Ergebnisse der Fed-Sitzung", sagte Analystin Lin Yuhui von Jinrui Futures. "Wenn das Anleihenkaufprogramm ein Volumen von 500 Milliarden Dollar übersteigt, dürfte das die Metallpreise stützen. Ansonsten könnten Gewinnmitnahmen einsetzen, bevor die Preise sich wieder nach oben bewegen." Experten sind sich einig, dass die US-Notenbank zur Ankurbelung der Wirtschaft ein neues Programm zum Ankauf von Staatsanleihen verkünden wird. Der Goldpreis hielt sich um 1360 Dollar je Feinunze. Händler verwiesen darauf, dass sich auch die US-Währung im Vorfeld des Fed-Entscheid über weitere Anleihenkäufe kaum vom Fleck bewege. Gold bewegt sich oft entgegengesetzt zum US-Dollar, da es als Absicherung gegen Inflationsgefahren genutzt wird.

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