Niveau von 1999
Deutsche-Bank-Tochter glaubt an Euro bei 1,17 Dollar

Bei der Deutsche Asset & Wealth Management ist man sich sicher: Der Euro wird 2015 erst richtig unter Druck geraten. Chefstratege Asoka Wöhrmann sieht die Gemeinschaftswährung schon auf das Niveau von 1999 fallen.
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FrankfurtDer Euro wird nach Ansicht des obersten Vermögensverwalters der Deutschen Bank im kommenden Jahr deutlich unter Druck geraten. Mittelfristig dürfte die Gemeinschaftswährung auf rund 1,17 Dollar und damit auf das Niveau von 1999 zurückfallen, sagte Asoka Wöhrmann, der die Investitionsentscheidungen bei Deutsche Asset & Wealth Management verantwortet, am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresausblicks 2015.

Der Euro liegt derzeit bei rund 1,25 Dollar. „Der Greenback kommt zurück. Er wird von der Führungsposition der USA beim weltweiten Wachstum und höheren Renditen profitieren.“ Auch eine Entwicklung in Richtung Parität sei nicht ausgeschlossen.

Die Politik der großen Notenbanken wird sich laut Wöhrmann im kommenden Jahr „grundsätzlich voneinander unterscheiden“. Dies liege auch an der unterschiedlichen Inflationsdynamik. Während in der Eurozone und in Japan die Zeichen auf eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik stünden, dürften die USA und Großbritannien ab dem dritten Quartal ihren Ausstieg einläuten.

„Europa und Japan gehen an den Markt, die USA und das Vereinigte Königreich an die Zinsen.“ Unterdessen steht die Eurozone dem Experten zufolge nicht vor einer Deflation. „Europa ist nicht das neue Japan.“

Der Euro hat am Donnerstag nach schwach ausgefallenen Konjunkturdaten aus der Eurozone etwas an Boden verloren. Die Gemeinschaftswährung konnte sich aber weiter über der Marke von 1,25 US-Dollar halten. Am Nachmittag kostete der Euro 1,2533 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2539 (Mittwoch: 1,2535) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7975 (0,7978) Euro.

Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone war im November überraschend auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr zurückgefallen. Der von Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex sank um 0,7 Punkte auf 51,4 Zähler. Vor allem in Deutschland hatte sich die Stimmung in den Unternehmen spürbar eingetrübt. Nach Bekanntgabe der Daten fiel der Euro auf sein Tagestief bei 1,2506 Dollar.

Nur kurzzeitig reagierte der Euro dagegen auf in den USA veröffentlichte Inflationsdaten. Die Konsumentenpreise waren dort im Oktober etwas stärker gestiegen als erwartet. Am Mittwochabend hatte sich die Fed in ihrem Sitzungsprotokoll besorgt wegen der zuletzt gefallenen Inflationserwartungen gezeigt. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnte die Glaubwürdigkeit der Fed in Gefahr geraten und die für Mitte 2015 erwartete Zinswende zu wanken beginnen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79890 (0,79965) britische Pfund, 148,25 (147,45) japanische Yen und 1,2014 (1,2014) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1190,00 (1196,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 170,00 (30 280,00) Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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