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Ökonomen beurteilen Öl-Preis-Effekt auf Konjunktur zurückhaltend

Führende Ökonomen sehen in der Entwicklung auf dem Ölmarkt derzeit noch keine gravierenden negativen Effekte für die Konjunktur und die Preise allgemein. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass sie Preissteigerungen im Euro-Raum entschieden entgegentreten würde.

dpa-afx FRANKFURT/HAMBURG. Führende Ökonomen sehen in der Entwicklung auf dem Ölmarkt derzeit noch keine gravierenden negativen Effekte für die Konjunktur und die Preise allgemein. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass sie Preissteigerungen im Euro-Raum entschieden entgegentreten würde.

"Wir beobachten in der Tat die Preisentwicklung mit Besorgnis", sagte der Chefökonom der EZB, Otmar Issing, im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Die EZB würde notfalls ohne Rücksicht auf die kurzfristige Wachstumsentwicklung im Euro-Raum die Zinsen erhöhen, wenn etwa höhere Ölpreise Zweitrundeneffekte auf Löhne und Gehälter zeigten. "Der Ölpreis wird im Euroraum keinen dauerhaften Anstieg der Inflationsraten zur Folge haben. Sollte sich eine solche Entwicklung abzeichnen, würden wir konsequent mit höheren Zinsen gegensteuern", sagte er und fügte hinzu: "Wir tragen zum Wachstum bei, in dem wir unser Ziel der Preisstabilität verfolgen."

Wachstum VON GUT Zwei Prozent Erwartet

Das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) erwartet für das kommende Jahr trotz steigender Energiepreise ein Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent und eine konjunkturell bedingte Zunahme der Beschäftigung um mindestens 200 000. Zur Begründung sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag), der Ölpreis sei auf dem Rückzug und dürfte 2005 zwischen 33 und 35 $ betragen. Damit werde er "konjunkturell keine bleibenden Dellen hinterlassen. Zudem profitiere die deutsche Konjunktur von dem kräftigen Wirtschaftswachstum in den USA und einigen europäischen Ländern wie Frankreich und Belgien. Schließlich würden steigenden Investitionen im kommenden Jahr beschäftigungswirksam werden und damit auch für mehr Binnennachfrage sorgen."

Dennis Snower, designierter Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, sieht in dem jüngsten Anstieg der deutschen Verbraucherpreise noch keine Gefahr, warnt aber vor längerfristigen Folgen. Die Gefahr von der Preisseite ist zweitrangig, sagte Snower der "Welt am Sonntag". Gefährlich wäre es, wenn ein längerer Ölpreisschock die Erwartungen von Firmen und Konsumenten bezüglich der Konjunktur verändern würde. Das könnte zu weniger Investitionen und anderen Einbußen führen./

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