Öl dürfte knapp bleiben
Spritpreise auf Rekordniveau

Das teure Öl treibt die Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau. Für einen Liter Superbenzin mussten nach Angaben aus der Mineralölbranche am Mittwochabend im Schnitt etwa 1,48 Euro bezahlt werden. Für den Liter Diesel wurden über 1,42 Euro fällig. Auch der Preis für Rohöl steigt unaufhaltsam und hat fast die Marke von 124 Dollar je Barrel (159 Liter) erreicht. Ein Ende der Rally ist nicht in Sicht.

HB NEW YORK/HAMBURG. Der rasant steigende Ölpreis könnte nach Einschätzung von Experten schon in wenigen Jahren die Schwelle von 200 Dollar erreichen. Für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl wurden am Dienstagabend in der Spitze bereits erstmals fast 123 Dollar bezahlt. Am Mittwoch kostete Öl im Handel der New Yorker Rohstoffbörse wieder etwas weniger und notierte zeitweise bei 121,75 Dollar je Fass. Wegen der Rekordmarken beim Ölpreis und der bevorstehenden Pfingstferien rechnet der ADAC in den kommenden Tagen mit steigenden Spritpreisen in Deutschland.

Der US-Rohstoffexperte Matthew Simmons hält einen Preis von 200 Dollar für möglich. „Nach allen Informationen, die zur Verfügung stehen, ist der Höhepunkt der Ölförderung, also der so genannte Peak Oil, bereits 2005 erreicht worden“, sagte Simmons der „Süddeutschen Zeitung“. Der Rohstoff werde daher knapp bleiben und der Preis auf 200 Dollar je Fass steigen. Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert ebenfalls einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden 2 Jahren auf 150 bis 200 Dollar.

Auch das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält einen Ölpreis von 200 Dollar für möglich. „Dies aber nicht so schnell“, sagte DIW-Expertin Claudia Kemfert der Nachrichtenagentur AP. Der Preis werde steigen, wenn Öl knapper werde.

Simmons empfiehlt den Industrienationen eine dringende Abkehr vom Öl und den Ausbau von alternativen Konzepten. „Wenn wir es schaffen, den Verbrauch um ein Drittel zurückzuschrauben, könnten wir uns damit ein bis zu 50 Jahre längeres Ölzeitalter erkaufen.“

Als Gründe für die jüngste Preisjagd beim Ölpreis sieht DIW-Expertin Kemfert vor allem die hohe Nachfrage aus Asien. Zudem würden Meldungen über Förderausfälle in Nigeria und der schwache Dollar die Rallye anheizen. Einen Versorgungsengpass sieht sie nicht: „Im Moment ist genug Öl am Markt.“ Eine Preisprognose wagte Kemfert nicht: „Derzeit ist nichts ausgeschlossen, weder nach oben noch nach unten.“

» Interaktive Grafik: Das internationale Rohstoffmonopoly

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