Öl, Gas, Metalle
Rohstoffertrag der großen Banken auf Zehnjahrestief

Das vergangene Jahr soll eines der besten für den Rohstoffhandel gewesen sein – dennoch gingen die Erträge der Großbanken dort dramatisch zurück. Viele Analysten rechnen mit einem Ende der goldenen Zeiten.

LondonBei den größten Investmentbanken sind die Rohstoff-Erträge im vergangenen Jahr im Zuge der fallenden Preise von Metallen bis Gas so niedrig gewesen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Die Einnahmen bei Goldman Sachs Group Inc., Morgan Stanley und zehn anderen großen Banken gingen um zusammen 18 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar zurück, wie aus Daten der Analysefirma Coalition Ltd. hervorgeht. Das ist die schlechteste Entwicklung seit die Londoner Gesellschaft vor elf Jahren mit der Aufzeichnung der Daten begann und entspricht einem Rückgang um rund zwei Drittel gegenüber dem Hoch im Jahr 2008.

George Kuznetsov, Leiter der Analyse bei Coalition, geht davon aus, dass die Erträge wahrscheinlich nicht mehr zu den 14,1 Milliarden Dollar aus den Spitzenzeiten des Marktes zurückfinden werden.

„Die Wettbewerbslage hat sich sehr verändert“, sagte Kuznetsov. „Die Finanzinstitute sind jetzt viel stärker reguliert. Es gibt ein deutlich geringeres Engagement der Banken im physischen Rohstoffmarkt, und die Banken gehen weniger Risiko ein als es 2008 bis 2009 üblich war.“

Der Bloomberg Commodity Index, der die Erträge von 22 Rohstoffen abbildet, hat 2015 den größten Rückgang in sieben Jahren verzeichnet, angeführt von Preiseinbrüchen bei Metallen und Energie. Zudem haben Banken, darunter JPMorgan Chase & Co., Deutsche Bank AG und Barclays Plc, unter dem Eindruck stärkerer Regulierung ihre Rohstoffaktivitäten zurückgefahren.

Auch wenn sich die Erträge bei Öl im vergangenen Jahr aufgrund höherer Aktivität auf Seiten der Kunden verbesserten, führten die US-Einschnitte beim Eigenhandel dazu, dass die Banken – anders als Handelshäuser und große Ölgesellschaften – nicht durch spekulative Wetten voll vom Preisrückgang von 35 Prozent profitieren konnten.

Brian Gilvary, Finanzchef von BP Plc, hatte in diesem Monat geäußert, das vergangene Jahr sei eines der besten aller Zeiten für den Handel mit Öl und Gas gewesen. Und beim Händler Trafigura Group Pte Ltd. hatte der Gewinn aus dem Ölhandel im letzten Geschäftsjahr einen Rekord erreicht.

„Eine Normalisierung der US-Strom- und Gasmärkte, sowie schwache Preise bei Metallen und Produkten für Investoren waren die Triebkräfte für den allgemeinen Abschwung“, erklärte Coalition in einem am Montag vorgelegten Bericht.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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