Öl/Gold
China treibt die Rohstoffpreise

Die Nachfrage nach Öl nimmt wieder zu. Gute Konjunkturperspektiven für China stützen die Rohstoffpresie. Spekulationen zufolge könnte China außerdem seine Goldreserven in den kommenden Jahren deutlich ausbauen.
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FRANKFURT. An den Rohstoffmärkten haben Anleger am Dienstag erleichtert auf ein Sanierungskonzept der angeschlagenen Staatsholding Dubai World reagiert. Die Nachfrage nach Öl und Industriemetallen nahm wieder zu. "Die Dubai-Sorgen scheinen sich zu verflüchtigen", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Dubai World will rund 26 Mrd. Dollar umschulden.

Das linderte die Sorge vor einem Rückschlag für die weltweite Konjunkturerholung, die sich am Vortag verbreitet hatte. Der Preis für ein Fass der US-Leichtölsorte WTI verteuerte sich am Dienstag um 1,2 Prozent auf 78,20 Dollar. Die Nordseesorte Brent stieg um 0,9 Prozent auf 79,18 Dollar.

Unterstützung kam auch von Industriedaten aus China. Neueste Konjunkturumfragen zeigten, dass die weltweit drittgrößte Wirtschaft sich vom globalen Abschwung größtenteils erholt hat, und signalisieren rosige Aussichten für 2010. Das schob den Preis für das Industriemetall Kupfer auf ein 14-Monats-Hoch.

Eine Tonne verteuerte sich auf bis zu 7041 Dollar nach 6930 Dollar am Montagabend. Vor allem große institutionelle Anleger wie Fonds und Pensionskassen suchen Absicherung für ihr Portfolio und investieren derzeit in Basismetalle.

"Fonds sind in der Lage die Metallpreise zu pushen", hieß es in einer Analyse von VTB Capital. "Vor allem wenn der Dollar schwächer wird, kann man mit neuen Höchstständen bei Kupfer und Aluminium rechnen. Aber wir gehen eher von einer Korrektur aus, da die Fundamentaldaten auf kurze Sicht problematisch bleiben und die Lagerbestände immer noch steigen."

Bei den Edelmetallen nahm der Goldpreis Kurs auf die psychologisch wichtige Marke von 1200 Dollar je Feinunze. Das Edelmetall stürmte beflügelt von einem schwächeren Dollar auf ein Rekordhoch von bis zu 1199,70 Dollar je Feinunze.

Gold ist Händlern zufolge weiterhin als spekulatives Investment stark gefragt. Die Commerzbank-Analysten führen den Anstieg außerdem auf Medienberichte zurück, nach denen China in den nächsten acht bis zehn Jahren seine Goldreserven auf bis zu 10 000 Tonnen ausbauen könnte - ein gewaltiger Sprung von den derzeit 1054 Tonnen, die 1,9 Prozent der gesamten Reserven entsprechen.

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