Öl, Iran und die Saudis: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Ölpreis

Öl, Iran und die Saudis
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Ölpreis

Der Konflikt zwischen Saudi Arabien und Iran flammt neu auf. Die diplomatische Krise lässt den Ölpreis steigen. Denn die Region zählt als wichtigstes Fördergebiet für den Rohstoff. Experten sehen indes keine Trendwende.

DüsseldorfPünktlich zum Jahresbeginn ist wieder etwas Bewegung in die internationalen Ölmärkte gekommen. Das europäische Brentöl verteuerte sich zeitweise um drei Dollar, nachdem Saudi-Arabien die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen hat. Im weiteren Handelsverlauf fiel der Ölpreis zwar wieder von seinen Spitzen zurück, hielt sich aber bei 38 Dollar. Das ist der höchste Stand seit der Sitzung des Ölkartells Opec Anfang Dezember 2015.

Die Situation im Nahen Osten verunsichert die Akteure an den Ölmärkten schon seit einiger Zeit. Allerdings schlugen die Preise bisher meist nur für kurze Zeit nach oben aus. Ein Beispiel dafür waren die Angriffe der französischem Luftwaffe Mitte November auf Ziele in Syrien. Damals schätzten die Märkte die Auswirkungen auf die ölfördernden Nachbarländer als gering ein. Mit Saudi-Arabien ist diesmal allerdings der weltgrößte Ölexporteur betroffen. „Eine direkte militärische Auseinandersetzung der beiden Hegemonialmächte des Mittleren Ostens hätte gravierende Auswirkungen auf das globale Ölangebot“, warnt daher die Commerzbank. In der Region rund um den Persischen Golf würden knapp 30 Prozent des globalen Ölangebots gefördert.

Gleichwohl zweifeln viele Experten daran, dass der Rückgang der Ölpreise nachhaltig gestoppt wird. Seit Mitte 2014 stehen die Notierungen an den internationalen Rohölmärkten massiv unter Druck. In Europa und auch in den USA sind die Preise für ein Barrel Öl, das sind 159 Liter, erstmals seit 2009 unter 40 Dollar gerutscht. Ausgelöst wurden die massiven Verluste durch ein globales Überangebot, das vor allem die Schieferölförderung in den USA bedingt hat.

Die Amerikaner, einer der größten Ölverbraucher, waren dadurch als Käufer am Weltmarkt weitgehend ausgefallen. Den Preis bremst zudem, dass die USA künftig auch Öl exportieren können; die Ausfuhren waren fast ein halbes Jahrhundert verboten.

Seite 1:

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Ölpreis

Seite 2:

„Das Überangebot wird anhalten“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%