Öl, Kupfer, Aluminium
Chaos an den Rohstoffmärkten

Der Ölpreis bleibt wohl auch 2016 in der Krise. Nun schickt die sinkende Nachfrage in China auch Kupfer auf ein Sechs-Jahres-Tief. An den Rohstoffmärkten herrscht Panik.

DüsseldorfRein sprichwörtlich gesehen haben Rohstoffe und China ein eher bedeutungsloses Verhältnis. Denken Sie nur an den berühmten Sack Reis. In der Realität sieht das ganz anders aus, bei Kupfer zum Beispiel. Wenn nämlich die Nachfrage der Chinesen nach dem Metall sinkt, sorgt das bei milliardenschweren Konzernen für Existenzängste. Anders gesagt: Braucht China weniger Rohstoffe, stürzt das die Märkte in den Abgrund.

Den eindrucksvollen Beweis liefern die Rohstoffindizes in diesen Tagen. Der Bloomberg Rohstoff-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Der Index umfasst Werte von Metallen bis hin zu Sojabohnen.

Besonders schwach hat sich Kupfer entwickelt. Das Metall notiert derzeit auf einem Sechs-Jahres-Tief. Eine Tonne kostet nur noch 4.800 Dollar. Anfang 2011 lag der Preis noch bei über 10.000 Dollar. Kupfer wird für Kabel benötigt, in Autos oder in Computerchips verbaut. Wegen seiner vielfältigen Einsatzgebiete gilt Kupfer als Messlatte für globales Wachstum. Genau wie China.

Auch die Nation in Fernost beeinflusst das weltweite Wachstum maßgeblich. Doch seine Wachstumsraten sinken seit Jahren. Von einst 14 Prozent im Jahr 2007 werden Ende 2015 wohl nur noch 6,8 Prozent übrig sein.

Noch immer ist China der weltweit größte Abnehmer für Metall. Der Aufstieg Chinas zur Industrienation wurde stark durch Rohstoffe getrieben. Dank der starken Nachfrage stiegen deren Preise am Markt. Kein Wunder, dass eine Wechselbeziehung entstand – in guten wie in schlechten Zeiten.

„Nur eine wirklich stark wachsende Nachfrage in China könnte die fallenden Kupfer- und Aluminiumpreise ausbalancieren“, sagt Goldman Sachs-Analyst Max Layton. Das liege daran, dass die Vorräte bei den Metallen kontinuierlich steigen, China aber nicht mehr so viel nachfragt. Zudem drücke der starke US-Dollar auf die Nachfrage. Das senke den Kupferpreis weiter.

Doch die Talfahrt betrifft längst nicht nur Kupfer. Ähnlich stark hängt der Aluminium-Preis von China ab. Der hat sich seit 2011 auf heute 1.500 Dollar pro Tonne nahezu halbiert.

Im Sog Chinas folgen zahlreiche Bergbauunternehmen, etwa jene im wichtigsten britischen Aktienindex FTSE 100. Der fiel allein am Donnerstag um 100 Punkte. In dem britischen Leitindex sind große Rohstoffkonzerne wie BHP Billiton, Anglo American oder Glencore notiert. Die Aktien der Bergbauunternehmen sind in den vergangenen Monaten durch kontinuierlich sinkende Preise arg gebeutelt worden.

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