Öl, Nickel & Palladium: Rohstoffpreise stürzen weiter ab

Öl, Nickel & Palladium
Rohstoffpreise stürzen weiter ab

Die Rohstoffpreise sind im Keller – und da werden sie wohl auch noch eine Weile bleiben. Schlimmer noch: Hedgefonds spekulieren auf fallende Preise. Es dürfte noch weiter runter gehen.

Düsseldorf/New YorkOh nein, 2015 war ganz sicher kein gutes Jahr für Rohstoffe. Es war miserabel. Doch 2016 schickt sich gerade an, noch schlechter zu werden. Und dabei geht es nicht nur um Öl. Ganze Rohstoffindizes sind von der Baisse betroffen.

Belege gefällig? Da wäre etwa der Bloomberg Commodity Index, der 22 Rohstoffe umfasst. In den ersten beiden Handelswochen des Jahres hat er erneut um vier Prozent verloren. Klingt erstmal nicht ganz so schlimm. Es ist aber der schlechteste Jahresauftakt seit 1992 – dem Jahr, in dem erstmals vergleichbare Daten aufgezeichnet wurden.

Die Ursache des Negativtrends liegt unter anderem in der schwächelnden chinesischen Wirtschaft. China hatte seine Währung zu Jahresbeginn überraschend stark abgewertet – acht Tage in Folge. Bei Anlegern schürte das die Befürchtung, dass die Wirtschaft des Landes schwächer wächst als angenommen.

Nun gilt China als einer der weltweit wohl wichtigster Abnehmer für Rohstoffe. Die Nervosität um den Zustand des Landes trieb Anleger in den Dollar – weg von Rohstoffen. Hinzu kommt das derzeitige Überangebot auf dem Markt von einigen Energie-, Metall- und Agrarprodukten. Die Folge ist logisch: Die Preise sinken. 2015 sogar schon zum fünften Mal in Folge – Rekord.

„Wir befinden uns in einem brutalen Zyklus für Rohstoffe“, sagt Quincy M. Krosby, Marktstratege beim amerikanischen Finanzdienstleister Prudential Finance. Prudential managt Vermögen in Höhe von 1,2 Billionen Dollar. Wegen der Lage in China gebe es am Markt viele Fragen, wie es um die Nachfrage bestellt ist. „Doch die Märkte mögen Unsicherheit nicht“, erklärt Krosby.

Die Auswirkungen kann man im Bloomberg Commodity Index ablesen. Der fiel am Montag zum vierten Mal in sechs Handelstagen, landete auf 74,89 Zählern auf der schwächsten Bewertung seit 1999. Der Negativrekord liegt bisher bei 74,24 Zählern.

Ähnlich schlechte Entwicklungen verzeichneten große Rohstoffindizes. So verloren die beiden vermeintlich größten Indizes, der Thomson Reuters/Jefferies CRB Index (-6,76 Prozent) sowie der S&P GSCI (-8,5 Prozent) seit Jahresbeginn deutlich. Für den Rogers International Commodity Index ging es um sechs Prozent nach unten.

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