Opec: Der Iran träumt vom nächsten Ölboom

Öl und die Opec
Der Iran träumt vom nächsten Ölboom

Während das Ölkartell dieser Tage seine Förderung kürzt, plant eines der Mitglieder schon Größeres. Der Iran will seine maximal mögliche Förderung massiv ausweiten. Internationale Partner stehen schon bereit.
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FrankfurtGerade einmal seit einem Jahr sind die Sanktionen des Westens gegen den Iran aufgehoben, da verschärfen sich die Töne vonseiten der USA schon wieder. Neue Sanktionen drohen. Doch das persische Land quittiert das allenfalls mit einem Schulterzucken. Der Iran hat Großes vor: Er plant, seine Ölproduktion in den kommenden Jahren massiv auszuweiten. „Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen wir unsere Kapazität auf 5,7 Millionen Barrel pro Tag ausweiten“, sagte Amir Hossein Zamaninia, der Vize-Ölminister des Irans auf dem CWC Iran LNG & Gas Partnership Summit in Frankfurt.
Derzeit beträgt die maximale Fördermenge noch rund vier Millionen Barrel. Schafft es der Iran, seine Kapazität wie geplant auszuweiten, entspricht dies einem Wachstum von knapp acht Prozent pro Jahr. Der Iran würde seinen Einfluss am Ölmarkt massiv ausweiten.

Ein Ölkonzern, der den Iran bei seiner ehrgeizigen Aufholjagd unterstützen will, ist neben dem französischen Ölriesen Total der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV. Die Pläne des Unternehmens, dessen größter Aktionär Abu Dhabi ist, sind schon weit gediehen. „Wir haben zu Jahresende Vorschläge für die Entwicklung der Felder vorgelegt, für die wir Memorandum of Understanding unterzeichnet haben. 2017 werden wir mit den iranischen Behörden die Iranian Petroleum Contracts diskutieren“, sagte Johann Pleininger, Ölvorstand der OMV, dem Handelsblatt am Donnerstag. „Für die mögliche Entwicklung von Feldern haben wir einen sehr guten Partner, Dana Energy.“

Der in Wien ansässige Ölkonzern hatte bereits im Frühjahr vergangenen Jahres eine Grundsatzvereinbarung mit der National Iranian Oil Company abgeschlossen. Die OMV hat verschiedene Ölfelder im Westen des Irans ins Visier genommen. Außerdem wurde mit der staatlichen Öl-Gesellschaft des Irans eine Prüfung der Region Fars vereinbart. „Wir sind zuversichtlich, dass die richtigen Rahmenbedingungen neue Upstream-Projekte letztlich ermöglichen können“, sagte OMV-Chef Rainer Seele bei der Vorlage der Jahresbilanz am Donnerstag in Wien. Unter der Führung des früheren Wintershall-Chef bezieht der Konzern seit 2016 wieder iranisches Rohöl zur Weiterverarbeitung in den konzerneigenen Raffinerien.

Doch Branchenkenner halten das Ziel des Irans trotz der internationalen Partner für äußerst ambitioniert. Kent Moors, Vorsitzender des amerikanischen Beratungsunternehmens Energy Capital Research Group, sagt zum den Expansionsplänen nüchtern: „Viel Glück dabei“. Dem Land fehle es an moderner Technologie und habe außerdem schon heute mit sinkender Effizienz bei seinen bestehenden Feldern zu kämpfen. „Abgesehen davon müsste der Iran erst einmal Abnehmer am Markt für das zusätzliche Öl finden“, erklärt Moors.

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