Öl und die Opec
Der Iran träumt vom nächsten Ölboom

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Zamaninia: „Bin nicht vorsichtig, sondern sehr optimistisch“

Heute ist der Ölmarkt überversorgt. Zwar soll die Nachfrage in den kommenden Jahren steigen, aber die Konkurrenz bleibt groß. Die USA werden sich zunehmend selbst versorgen. Das Land braucht künftig also weniger Importe als bisher. Und auch dieses dann frei gewordene Öl müsste sich neue Märkte suchen. Mit diesem Angebot wird der Iran also konkurrieren.

Gerade der iranische Erzfeind innerhalb der Opec, Saudi-Arabien, dürfte alles andere als erfreut sein. Während sich das Königreich am Golf derzeit massiv einschränkt, um Angebot und Nachfrage am Weltmarkt auszugleichen und somit den Ölpreis zu stabilisieren, träumt der Iran schon von der nächsten Öl-Bonanza. Der nächste Konflikt im Ölkartell scheint da schon vorprogrammiert. Der Iran ist derzeit mit 3,9 Million Barrel täglich geförderten Öls hinter Saudi-Arabien (9,9 Millionen Barrel) und dem Irak (4,5 Millionen Barrel).

Allein allerdings verfügt der Iran nicht über das nötige Know-How, um seine Produktion wie gewünscht auszuweiten. Damit die großen Ambitionen des Opec-Schwergewichts Iran Wirklichkeit werden, muss die Regierung in Teheran verlässliche Rahmenbedingungen für ausländische Investoren setzen. Zum Ziel des Iran, die Förderkapazität bei der Rohölförderung innerhalb von fünf Jahren um mehr als ein Drittel zu steigern, sagte OMV-Ölvorstand Pleininger auf Anfrage: „Voraussetzung dafür ist, dass ausländische Investoren Verhältnisse vorfinden, die eine wirtschaftliche Entwicklung von Feldern ermöglichen.“ Der Manager ergänzte zuversichtlich: „Wir vertrauen darauf, dass der Iran dazu bereit ist, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend zu gestalten.“

Einen Dämpfer für das Expansionsbestreben gab es jüngst allerdings aus den USA. Nach einem Raketentest des Irans hat die Trump-Regierung neue Sanktionen angedroht. Dabei wurden die meisten Strafmaßnahmen gegen das iranische Atomprogramm erst Anfang 2016 aufgehoben. Seitdem konnte das Land seine Ölproduktion stark erweitern. Neue Unsicherheit könnte internationale Kapitalgeber verschrecken.

Der Vize-Ölminister Zamaninia hält dies allerdings nicht für ein größeres Hindernis. Obwohl sich die politischen Beziehungen zwar etwas angespannt hätten, sei dies für das Öl- und Gasgeschäft nicht mehr als ein vorübergehender „Schluckauf“. „Ich bin nicht vorsichtig, sondern sehr optimistisch, dass gute Zeiten für unser Öl- und Gasgeschäft vor uns liegen, um die verlorene Zeit wieder wett zu machen.“

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Zamaninia: „Bin nicht vorsichtig, sondern sehr optimistisch“

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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