Öl- und Gasförderung
Unter Druck in der Nordsee

In den USA gab es bereits Insolvenzen von Ölförderern wegen des Ölpreises. In diesem Jahr könnte es für Unternehmen in der Nordsee brenzlig werden. Unternehmensberater sehen nur einen Ausweg aus der misslichen Lage.
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Frankfurt am MainEine Fusionswelle in der europäischen Öl- und Gasbranche hat begonnen: Im Januar verkaufte Eon sein Explorations- und Produktionsgeschäft an die die britische Firma Premier Oil für 135 Millionen US-Dollar. Ebenfalls im Januar kaufte der norwegische Staatskonzern Statoil einen 11,9 Prozent Anteil der Schweden von Lundin Petroleum. Doch das dürfte erst der Anfang gewesen sein.

Die Unternehmensberatung A. T. Kearney kommt in einer Studie zu dem Schluss, dass die Öl- und Gasförderer wegen des niedrigen Ölpreises vor einer Reihe von Zusammenschlüssen und Übernahmen stehen. Seitdem der Ölpreis von knapp 115 Dollar je Barrel (159 Liter) im Juni 2014 auf derzeit unter 45 Dollar sank, befindet sich die Branche in der Krise. In diesem Jahr dürften vor allem Unternehmen im Fokus stehen, die in der Nordsee tätig sind. Ausschlaggebend dafür seien vor allem zwei Gründe.

Erstens sind die Produktionskosten in vielen Feldern der Nordsee deutlich höher als beispielsweise beim Fracking oder der Produktion auf der arabischen Halbinsel. So erwirtschaftet nur etwa die Hälfte aller Ölfelder vor den Küsten Norwegens und Großbritanniens Gewinne, wenn der Ölpreis unter 45 Dollar liegt. Fällt der Preis unter 30 Dollar, also auf die Tiefststände im Januar, sind nur noch knapp ein Viertel aller Felder wirtschaftlich profitabel.

Zweitens hätten viele kleinere Anbieter ihren Markteinstieg auf Pump finanziert, als die Preise noch deutlich über dem heutigen Niveau lagen. Es drohen daher Liquiditätsengpässe und ausfallende Kreditzusagen. Speziell eine Methode, mit der sie sich Geld bei Banken liehen, erschwert ihnen nun das Geschäft: „Die Praxis des sogenannten Reserve Based Lendings (RBL), bei denen Unternehmen den Wert ihrer Reserven beleihen, zwingt sie bei dauerhaft niedrigen Ölpreisen zusätzlich zum Verkauf von Firmenanteilen“, schreibt das Autorenteam von A.T. Kearney in der Studie.

Daher stehen nicht zuletzt die kleinen Unternehmen stärker unter Druck. Wie schnell es nicht nur in den USA, sondern auch in der Nordsee gehen kann, zeigen die Beispiele First Oil Expro und Iona Energy, die Anfang 2016 Konkurs anmeldeten. Bislang lag der Fokus vor allem auf US-Unternehmen, wo bis Ende 2015 etwa 40 Förderfirmen Insolvenz anmeldeten.

„Schlüsselrisiken liegen bei den kleineren Explorations- und Produktionsfirmen sowie kleineren Zulieferern. Sie sind finanziell weniger flexibel als die großen Unternehmen, nicht zuletzt in hochpreisigen Region wie der Nordsee vor Großbritannien“, erklärt Alex Griffiths von der Ratingagentur Fitch.

Für Zukäufe stehen allen voran die großen Multis bereit. „In diesem Jahr trennt sich die Spreu vom Weizen: Wenigen finanzstarken Unternehmen steht eine große Zahl potenzieller Kaufkandidaten gegenüber, denen durch den niedrigen Ölpreis und hohe Schulden die Puste ausgeht“, sagt Tobias Lewe, Leiter des Energiebereichs in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bei A.T. Kearney.

Die Nationalen Ölkonzerne scheiden hingegen eher aus. Deren Ambitionen bei Fusionen und Übernahmen seien von den Staatshaushalten ihrer Länder sowie der politischen Agenda abhängig. Das beschränkt sie. Wahrscheinlich seien in ihrem Fall jedoch Zukäufe von bereits erforschten Reserven, um die kostspielige eigene Erkundung neuer Felder zu vermeiden.

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Filetstücke statt Mega-Merger

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  • Hehe, der ist wirklich gut!
    Ja, nicht nur beim Fracking-Dreck geht den Förderländern der Allerwerteste mittlerweile auf Grundeis, sondern auch bei den Förderern von Nordsee-Öl mit den (relativ) hohen Förderkosten. Vorbei die herrlichen Zeiten, da etwa der norwegische Staatsfonds mit üppig gefülltem Potemonnaie auf große Shopping-Tour gehen konnte!
    Schauen Sie sich mal die Leistungsbilanz der wichtigen Erdöl-Förderstaaten an (leider zeigt die Tabelle nicht die Verändrungen an)
    https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html
    Aber da geht es beim Ranking rapide in den Keller - und nicht nur bei Norwegen: Saudi-Arabien (mittlerweile nur noch Rang 188!!) war vor einigen Jahren etwa noch in der Top 10. Und selbstverständlich geht es bei denen im wahrsten Sinne des Wortes auch an die Reserven. Das ist bei Saudi-Arabien besonders interessant, da die große Mengen an US-Treasuries und Dollar-Reserven halten (und maßgeblich den Petrodollar stützen).
    Was treibt den Ölpreis noch am zuverlässigsten in die Höhe?? Ein zünftiger Krieg. Und raten Sie mal, wo momentan besonders heftig gezündelt wird...

  • Herr Marc Otto@
    Die 95% zeugen von der Alternativlosigkeit der alternativen Energien und ihrer Subvention. Wie sonst könnte sich der Erfolg einstellen ?

  • Höchste Zeit, daß alternative Energien wie die Müllverbrennung vermehrt über die Stromerzeugung zum Antrieb von E-Mobilen verwendet wird auch die Kohle wird neuerdings wieder mehr verwendet.

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