Öl unter 60 Dollar
Zinkpreis setzt Rekordkurs fort

Die Nachfrage nach Zink an den internationalen Rohstoffmärkten ist ungebrochen. Das Metall setzte seinen Rekordkurs auch am Montag fort und stieg an der London Metal Exchange (LME) bis auf 4 200 Dollar je Tonne. Händler sagten, die hohe Nachfrage nach Industriemetallen aus China und Indien sorge für weiter fallende Lagerbestände.

HB FRANKFURT. In einem Marktkommentar der Standard Bank erklärten die Analysten, der Zinkpreis könne mittelfristig durchaus bis auf 5 000 Dollar je Tonne klettern. Das für den Korrosionsschutz verwendete Metall kostet mittlerweile mehr als doppelt so viel wie zu Jahresbeginn. Die Lagerbestände sind dagegen weltweit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gefallen und reichen im Verhältnis zum täglichen weltweiten Verbrauch nur noch für knapp vier Tage.

Auch Blei verteuerte sich am Montag. Während die Blei-Lagerbestände nach Ansicht von Experten auch in Zukunft zurückgehen dürften, erwarten Rohstoffhändler kurzfristig eine größere Verfügbarkeit von Kupfer auf dem Weltmarkt. „Die Lager füllen sich und auch in naher Zukunft wird das Angebot an Kupfer weiter steigen“, sagte ein Händler an der LME. Kupfer kostete am Montagmittag in London 7 380 Dollar je Tonne, knapp 100 Dollar weniger als am Freitag. Für eine Tonne Blei zur Lieferung in drei Monaten mussten Anleger am Terminmarkt 1 588 Dollar je Tonne bezahlen.

Am Rohölmarkt Öl purzelten die Preise zu Wochenbeginn. Ein Barrel (rund 159 Liter) US-Leichtöl kostete an der New Yorker Nymex am Mittag 59,81 Dollar und damit knapp einen Dollar weniger als am Freitag. Auch der Future für die führende Nordseesorte Brent sank deutlich unter 60 Dollar.

Börsianer begründeten die Kursrückgänge mit Umschichtungen großer Fonds, die begonnen hätten, andere Rohstoffe in ihren Portfolios beizumischen. „Große Fonds konzentrieren sich derzeit eher auf andere Rohstoffe, bei denen die Großwetterlage klarer ist“, spielte ein Händler auf die hohe Anfälligkeit des Öls auf politische und wirtschaftliche Unsicherheiten an. Am Mittwoch tritt die von der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) beschlossene Kürzung der Fördermenge um 1,2 Mill. Barrel pro Tag in Kraft. Viele Experten erwarten jedoch, dass sich nicht alle Mitglieder des Kartells daran halten werden. Am Montag kündigte bereits Indonesien an, dass es die Vereinbarung der Opec nicht umsetzen will. Libyen schloss dagegen weitere Produktionskürzungen nicht aus.

Der Preis für die Feinunze Gold kletterte am Montag wieder über 600 Dollar. Händler verwiesen auf schwache US-Konjunkturdaten, die bereits am Freitag Spekulationen wieder angefacht hatten, die US-Notenbank werde die Leitzinsen noch für eine ganze Zeit unverändert lassen. Dies hatte den Dollar unter Druck gesetzt und viele Anleger zur Alternative Gold greifen lassen.

Der Reuters-Rohstoffindex stieg am Montag leicht auf 312,42 Punkte. Von seinem im Mai erreichten Jahreshoch von 365,45 Punkten ist der Indikator für die Rohstoffmärkte damit noch weit entfernt. Anfang Oktober hatte er bei 292,72 Zählern den bisher tiefsten Stand in diesem Jahr markiert.

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