Öl unter 70 Dollar
„Fast crashartige“ Kursverluste bei Rohstoffen

Auch an den Rohstoffmärkten haben die Investoren angesichts der Probleme in der Finanzbranche die Flucht ergriffen. „Das ist schon fast crashartig“, beschrieb Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg die Kursbewegungen am Donnerstag. Zahlreiche Rohstoffnotierungen brachen ein: Der Bleipreis sank um acht Prozent, Nickel verbilligte sich um 4,2 Prozent und Kupfer fiel um 2,2 Prozent. Der Ölpreis sank sogar unter 70 Dollar.

HB FRANKFURT. Nur einige Futures aus dem Agrarbereich konnten sich dem Abwärtstrend entziehen. „Die Bewegung war überfällig“, sagte Weinberg. „Die Kurse waren in der Vergangenheit stark gestiegen, und schließlich wirkt sich die US-Hypothekenkrise auch auf die Konjunktur aus. Und man darf nicht vergessen, dass die US-Baubranche einer der größten Konsumenten von einigen Rohstoffen ist“. Seiner Meinung nach werden die Notierungen sich nicht so bald von den Kursverlusten erholen. „Nickel könnte in den nächsten Wochen bis auf 25 000 Dollar fallen, und Kupfer ist besonders gefährdet - da könnten die Preise in den kommenden Wochen um bis zu zehn Prozent zurückfallen“, sagte der Analyst.

Selbst Gold, das als eher sichere Anlage gilt und daher in unsicheren Zeiten oft anderen Investitionen vorgezogen wird, verbilligte sich. Offenbar wollen die Anleger nur schnell ihre Positionen schließen, und „Gold ist schließlich am liquidesten“, so Weinberg. Am Nachmittag kostete die Feinunze 662,45 Dollar, fast zwei Prozent weniger als am Vortag.

Der Ölpreis fiel angesichts der Bedenken um die Entwicklung der US-Wirtschaft, dem nach wie vor wichtigsten Abnehmer des Rohstoffs. Für ein Fass Brent wurden 69,48 Dollar und damit über zwei Prozent weniger als am Vorabend gezahlt. Der Preis für US-Leichtöl sank um 1,9 Prozent auf 70,79 Dollar. Der Reuters-Rohstoffindex wies am Nachmittag ein Minus von ein Prozent auf 310,02 Punkte auf.

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