Ölförderung
Letzte Hoffnung Saudi-Arabien

In Sachen Öl richtet die Welt hohe Erwartungen an Saudi-Arabien. Das größte Förderland der Welt hat noch nennenswerte Kapazitäten frei - und will diese anzapfen. Die Verbraucherländer, die unter den Folgen der stark gestiegenen Rohstoffpreise stöhnen, freut's - doch den Markt lässt es bisher kalt.

LONDON. Der Ölpreis hat sich von der Aussicht auf eine höhere Produktion Saudi-Arabiens nur kurz beruhigen lassen. Für ein paar Stunden gab er gestern im asiatischen und europäischen Handel auf 134 Dollar nach, bevor er am Nachmittag im US-Handel die Rekordmarke von 140 Dollar in Angriff nahm. Der Gipfel der Ölproduzenten und wichtiger Kunden am kommenden Wochenende in Dschidda müsse schon deutliche Signale aussenden, um den Markt zu beruhigen, warnen Experten.

Saudi-Arabien hat zu dem Gipfeltreffen eingeladen, um über Maßnahmen gegen den ungebremsten Anstieg des Ölpreises zu beraten. Das mächtigste Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) reagiert damit auf die wachsende Kritik der Ölverbraucher, die in der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zusammengeschlossen sind. Sie fordern von der Opec eine Ausweitung der Produktion, um die wachsende Nachfrage gerade aus asiatischen Schwellenländern zu befriedigen und Engpässe zu vermeiden.

Saudi-Arabien hat nach Einschätzung von Experten als einziges Land der Erde signifikante ungenutzte Kapazitäten zur Produktion von Öl. Es spielt damit die Schlüsselrolle bei der Steuerung der Opec-Produktion, die etwa 40 Prozent der weltweiten Förderung ausmacht. Damit kommt dem Königreich auch die Aufgabe zu, weltweit Lücken zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, denn die Produktion außerhalb der Opec schrumpfte zuletzt.

Nach einem Besuch des US-Präsidenten George W. Bush hatte Saudi-Arabien jüngst versprochen, die Produktion um 300 000 Barrel (je 159 Liter) am Tag auszuweiten. Am Wochenende sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon nach einem Gespräch mit dem saudischen König Abdullah, der weltgrößte Ölexporteur sei bereit, noch einmal 200 000 Barrel draufzulegen. Der König sei bereit, zu tun, was nötig sei, um den Preis auf eine adäquate Höhe zurückzudrängen. Damit würde die Produktion des Landes auf 9,7 Mill. Barrel am Tag steigen, den höchsten Stand seit 1981. Im vergangenen Jahr wurden weltweit im Durchschnitt 81,5 Mill. Barrel Rohöl am Tag aus der Erde geholt.

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