Ölmarkt
Opec kürzt Ölförderung sogar mehr als versprochen

Die Opec setzt ihre Kürzungsquote zu mehr als 100 Prozent um. Was lange als undenkbar galt, wird nun möglich. Das Problem: Diese Nachricht allein kann den Ölpreis kaum mehr bewegen. Die Marktteilnehmer erwarten Größeres.
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FrankfurtSeit Monaten verfolgt die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ein Ziel: Sie möchte ihre geplante Förderkürzung zu 100 Prozent erfüllen. So richtig glauben wollten Marktbeobachter das aber nicht, weil frühere Kürzungsabkommen scheiterten. Doch derzeit geschieht offenbar das Undenkbare: Laut Daten von Bloomberg übererfüllt die Opec ihr Kürzungsversprechen bereits, setzt es zu 102 Prozent um.

Die Ölpreise steigen am Mittwochmorgen: Die Nordseesorte Brent etwa verteuert sich um 28 Cent auf 50,74 Dollar je Barrel. Allein: Als großer Sprung kann das nicht gewertet werden. Vor zwei Wochen kostete Öl noch 56 Dollar.

Denn die Opec wird Opfer ihrer eigenen Politik. Zwar kürzt das Ölkartell jetzt mehr als versprochen. Den Ölpreis bewegt das aber kaum noch. Denn der Markt wartet schon auf den nächsten großen Schnitt: Die Verlängerung des bis Ende Juni begrenzten Förderabkommens. Darüber wurde zwar schon viel spekuliert und die Marktteilnehmer preisen den Schritt zum Teil schon ein. Doch noch ist das nicht beschlossene Sache.

Am 25. Mai soll darüber auf dem nächsten offiziellen Treffen des Ölkartells diskutiert werden. Die Erwartungen sind hoch, schließlich hat der saudische Ölminister Khalid Al-Falih Ende April erklärt, dass sich einige Ölproduzenten bereits auf eine Verlängerung der Förderkürzung über Juni hinaus einig wären. Wie viele Länder und welche dies genau sind, erwähnte Al-Falih aber nicht.

Grundsätzlich sei eine Verlängerung aber nötig, räumte vor einigen Tagen auch der Saudi ein: „Obwohl die Kürzung zu einem hohen Level umgesetzt wird, haben wir unser Ziel noch nicht erreicht. Dieses ist, die Öllager auf den Fünf-Jahres-Durchschnitt zu reduzieren.“

Davon ist das Kartell aber noch weit entfernt. Zwar seien die Lagerbestände der OECD, also der wichtigsten Industriestaaten, im Februar leicht gesunken. Doch die Internationale Energieagentur, die die Interessen der größten Ölabnehmerländer vertritt, berichtete jüngst, dass die Lager mit 330 Millionen Barrel noch immer deutlich über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt gefüllt sind.

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Wird die Förderkürzung nicht verlängert, droht ein Preiseinbruch

Kommentare zu " Ölmarkt: Opec kürzt Ölförderung sogar mehr als versprochen"

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  • @ Marc Hofmann03.05.2017, 12:35 Uhr

    Fahren Sie weniger Auto, dafür mehr ÖPNV (sofern in Ihrer Gegend vorhanden). Das mache ich schon seit Jahren.

    Damit drehen Sie den Scheichs die Geldquelle ab.

  • So isses. Die Opec, also auf Deutsch: die Ölscheichs haben die Leistungsträger der Welt, in Europa, amerika, Asien ausgequetscht und sich mit dem verbrecherisch erlangten Geld die Wüste begrünt.

    Es wird Zeit, diese Machenschaften des Kartells aufzudecken, vor ein internationales Tribunal zu bringen und die Verantwortlichen streng zu bestrafen.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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