Ölpreis: Die Angst vor hohen Ölpreisen kehrt zurück

Ölpreis
Die Angst vor hohen Ölpreisen kehrt zurück

Mit der Ruhe an den Energiemärkten ist es wieder vorbei. Seit dem Jahreswechsel haben die Rohölpreise deutlich zugelegt. Selbst steigende Lagerbestände in den USA vermochten den Anstieg nicht zu bremsen. Getrieben werden die Preise durch eine ganze Reihe von Faktoren.

DÜSSELDORF. Das europäische Brentöl kostet über 63 Dollar je Barrel (159 Liter), so viel wie zuletzt Mitte Oktober 2005. Experten rechnen auch für das gerade begonnene Jahr mit hohen Ölnotierungen. Nach Einschätzung von Sandra Ebner, Ölexpertin der Deka-Bank, hat die Stimmung an den Ölmärkten gedreht; geändert habe sich die Wahrnehmung. „Zuvor wurden schlechte Nachrichten beiseite gedrängt“, sagt sie, „jetzt stehen wieder die negativen Faktoren stärker im Vordergrund.“ Dazu zählen dieFurcht vor Angebotsengpässen, enttäuschende Produktionszahlen aus dem Irak, aber auch der inzwischen beigelegte Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine.

An den Märkten war wegen der Krise befürchtet worden, dass Rohöl als Ersatz für ausbleibende Gaslieferungen gesucht werde. Dies hat angesichts einer ohnehin angespannten Angebotslage Versorgungsängste an den Ölmärkten geschürt. Sandra Ebner sieht jedoch vor allem mittelfristige Folgen aus dem Streit. Es sei schließlich das zweite Mal, dass sich der russische Präsident „in den Energiesektor einmischt“. Erst vor wenigen Wochen habe es Meldungen gegeben, dass Russland die Preise für Öllieferungen nach Europa erhöhen wolle. „Die Unsicherheit über die Zuverlässigkeit Russlands als Öllieferant trägt mit Sicherheit nicht zur Beruhigung der Marktteilnehmer bei“, sagt Ebner.

Mit einiger Enttäuschung hatten die Märkte auch die Meldung aufgenommen, dass der Ölexport des Iraks im Dezember auf den niedrigsten Stand seit der US-geführten Invasion 2003 gefallen ist. Der Rückgang wurde unter anderem mit Anschlägen oder Anschlagsdrohungen gegen Öl-Einrichtungen begründet. Anfang 2005 hatte der Export des Iraks noch die Nachkriegsrekordhöhe von 1,8 Mill. Barrel am Tag erreicht, im Dezember waren es nur noch rund 1,1 Mill. Barrel.

Aus Sicht der Märkte verfügt der Irak – anders als andere Produzentenländer – noch über nennenswertes Potenzial zur Ausweitung der Förderung. Dies könnte zur Schaffung von Angebotspuffern und so zur Marktberuhigung beitragen. Denn weltweit wächst die Ölnachfrage fast ungebrochen.

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