Ölpreis
Die Durchhalteparolen der Opec

Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo beschwört erneut die Ölförderkürzung. Doch Hedgefonds und Marktspekulanten trauen dem Abkommen immer weniger – und die Preise schwanken.
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FrankfurtAm Ölmarkt ist es dieser Tage so ein bisschen wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Darin spielt Bill Murray einen Wetteransager, der in einer Zeitschleife gefangen ist, immer wieder am selben Tag aufwacht und immer wieder die gleiche ihn plagende Aufgabe erfüllen muss – das kommende Wetter mithilfe eines erscheinenden oder eben nicht erscheinenden Murmeltiers vorhersagen.

Auf die Situation am Ölmarkt übersetzt heißt das: Am 28. September hat sich die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) darauf geeinigt, ihre Förderung zu kürzen und so den Preis zu stabilisieren. Wie genau das passieren soll, hielt sie aber offen. Seitdem ist für die Opec fast jeder Tag wie der 28. September: Das Ölkartell muss seine Absicht bestätigen, damit der Ölpreis nicht fällt.

Am Montag war es Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo, der diese Aufgabe erfüllte. Am Rande einer Öl-Konferenz in Abu Dhabi erklärte er Medienvertretern: „Wir als Opec halten an der Umsetzung unseres in Algier beschlossenen Abkommens fest.” Die Opec habe zudem keine Preisziele, werde aber, in Kooperation mit anderen bedeutenden Ölförderstaaten, an dem Ausgleich von Angebot und Nachfrage im Jahre 2017 arbeiten.

Letzteres ist in sich paradox. Noch herrscht am Markt ein Überangebot, das den Ölpreis seit Mitte 2014 von über 110 Dollar je Barrel (159 Liter) auf zeitweise weniger als 30 Dollar zu Beginn 2016 hat abstürzen lassen. Selbst dem bedeutendsten Opec-Staat Saudi-Arabien hat das milliardenschwere Löcher in den Haushalt gerissen. Ein ausgeglichener Ölmarkt soll daher sehr wohl die Preise und damit auch die Einkünfte der Ölproduzenten stabilisieren.

Doch auch das Handeln der Opec ist paradox. Einerseits macht sich das Kartell zum Retter der Ölproduzenten, indem es künftig weniger Öl aus den Böden pumpen will. Andererseits aber erhöhte die Opec erst im Oktober ihre Produktion auf den Rekordwert von 34,0 Millionen Barrel pro Tag. Um die geplante Obergrenze von 33 Millionen Barrel einzuhalten, müsste die Opec also täglich mehr als eine Million Fässer weniger fördern. Zwar erklärten sich schon Saudi-Arabien und seine Anrainerstaaten zu Einschränkungen bereit – diese beliefen sich aber lediglich auf 650.000 Barrel, rechnet HSH-Nordbank-Ölanalyst Jan Edelmann vor.

In der vergangenen Woche sind zudem die Lagervorräte in den USA überraschend gestiegen – und zwar um 14,4 Millionen Barrel, so stark wie noch nie. Die Schieferölproduktion in Amerika hatte den Preisverfall seit 2014 maßgeblich ausgelöst.

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Das Misstrauen am Markt steigt

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  • Investoren wie ich halten Lizenz Papiere aus Alaska, bis zu einem Preis von 33 fliesen hier die Einnahmen aber die Saudis müssen bluten für ihren Staatshaushalt.
    Wir Investoren hingegen sind auf der sicheren steuerfreien Seite ohne diesen Sozial-Balast. Fink-Fonds immer erste Wahl.

  • Grundsätzlich ist eine Angebotskürzung für alle Ölexportierenden Staaten vorteilhaft. 9 Mio Bl/day zu je 100$ zu verkaufen bringt mehr ein als 10 Mio. bl/day zu 45$. Auch für die importierenden Staaten ist Preisstabilität von Vorteil. Dann lassen sich Energieeinsparungsinvestitionen, oder Substitutionsinvestitionen zugunsten Kohle, oder Erdgas planen.

    Die Herausforderung liegt im Detail. Das ist ein Fall für die Spieltheorie. Ein jeder meint der andere soll sich zugunsten des gemeinsamen Zieles einschränken und alle meinen das reiche Saudi Arabien soll es richten. Darin ähnelt die OPEC sehr der EU wo man meint der "Boche"* soll zahlen.

    Persönlich vermute ich, dass man früher, oder später zu irgendwelchen halbherzigen Kürzungen kommt. Gem. diverser Geschäftsberichte von Ölgesellschaften und Ölservicegesellschaften sind die Investitionen in die Erkundung und Erschliessung neuer Ölvorkommen stark rückläufig. So kann man annehmen, dass der Markt wesentlich zum Wiederfinden des Gleichgewichts beitragen wird.

    *Boche nennt man in Frankreich die Deutschen

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