Ölpreis: Experten uneins über den weiteren Kurs

Ölpreis
Experten uneins über den weiteren Kurs

Der Ölpreis kann sich am Freitag leicht erholen. Einige Experten sehen Anzeichen für einen Trendwechsel. Andere glauben, dass die Fundamentaldaten für einen weiteren Einbruch sprechen. Der Ölpreis ist auf Richtungssuche.
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SingapurDie Ölpreise haben am Freitag ihren vorsichtigen Erholungskurs fortgesetzt. Nordseeöl der Sorte Brent notierte mit 49,80 Dollar je Barrel (159 Liter) drei Prozent höher. Damit lag die für die Finanzmärkte richtungsweisende Sorte allerdings unter dem Vorwochenschluss von 50,11 Dollar. Das weiterhin hohe Angebot von Öl bei schwächelnder Nachfrage hatte Anfang der Woche Brent bis auf 45,19 Dollar gedrückt - dem niedrigsten Stand seit März 2009. US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 47,45 Dollar 2,6 Prozent höher.

Die Schwankungsanfälligkeit der Preise werde andauern, erklärte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. „Einerseits scheint der Markt nach dem dramatischen Absturz der vergangenen Wochen reif für eine Gegenbewegung. Andererseits sprechen die Fundamentaldaten für weiter fallende Preise.“ Die Suche nach einem Boden gestalte sich daher schwierig.

Unterstützung bekam der Preis am Freitag von Aussagen der Internationalen Energiebehörde (IEA), wonach es Anzeichen für eine Produktionskürzung in einigen Fördergebieten gebe. Niemand wisse, wie tief der Preis noch fallen könnte, schrieben die Experten in ihrem Monatsbericht. Aber der Ausverkauf beginne, Spuren zu hinterlassen. Eine nachhaltige Preiserholung stehe vermutlich nicht unmittelbar bevor. „Aber es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Trend drehen wird.“ Wie viele Analysten hält die IEA dies für das zweite Halbjahr für wahrscheinlich.

„Der Ölpreis sucht gegenwärtig einen Boden. Wir erwarten mittelfristig keinen weiteren Kursrutsch mehr und sehen den Ölpreis zum Ende des Jahres bei 65 Dollar je Barrel“, sagt Klaus Schrüfer, Chef-Marktstratege bei Santander Asset Management. „Der kräftige Rückgang der Ölpreise geht nämlich nicht auf eine Nachfrageschwäche zurück, sondern auf einen kräftigen Anstieg der Ölförderung. Dieses Überangebot wird zwar nicht rasch abgebaut werden, dennoch dürfte es sich beim aktuellen Preisverfall um eine Übertreibung nach unten handeln.“

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