Ölpreis fällt deutlich
Opec behält hohe Förderquote bei

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat am Montag ihre Fördermenge unverändert gelassen und damit den Erwartungen an den Öl- und Finanzmärkten entsprochen.

rtr WIEN. Pro Tag sollen wie bisher bis zu 28 Mill. Barrel gefördert werden, sagte der algerische Ölminister Chakib Khelil am Montag nach dem Treffen des Ölkartells. Am Ölmarkt sorgte dies für weitere Entspannung: Der Rohstoff war am Montag so billig zu haben wie seit Ende März nicht mehr.

Der einflussreiche saudiarabische Ölminister Ali Al-Naimi Naimi bezeichnete zu Beginn der Opec-Sitzung in Wien die Grundlagen des Ölmarktes als sehr gesund und deutete damit an, dass er eine Drosselung der Förderung nicht für notwendig hält. Der iranische Ölminister Kasem Wasiri äußerte sich ähnlich, pflichtete jedoch anderen Opec-Mitgliedern bei, die Sorgen über den jüngsten Rückgang des Ölpreises geäußert hatten.

Der Preis für ein Barrel (das Fass zu 159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Oktober sank um 1,23 Dollar auf 64,10 Dollar. US-Leichtöl verbilligte sich um 1,28 Dollar auf 64,97 Dollar. Zu dem Preisrückgang trug am Montag die Nachricht bei, dass der Iran bereit sei, seine umstrittene Uran-Anreicherung für zwei Monate auszusetzen.

Mitte Juli war der US-Ölpreis auf 78,40 Dollar geklettert. Vor allem die relativ hohen US-Ölvorräte und das Ende des Libanon-Krieges haben seitdem zu dem Preisverfall von mehr als 13 Dollar geführt. Öl kostet aber immer noch etwa drei Mal so viel wie Anfang 2002.

Das Kartell hat Bedenken, dass vor allem das Erlahmen der US-Konjunktur die Nachfrage nach Opec-Öl 2007 drücken und so zu einem dauerhaften Preisrückgang führen könnte. Auf ihrem Treffen hat die Opec ihren Präsidenten deswegen ermächtigt, noch vor dem nächsten regulären Treffen im Dezember eine Sondersitzung einzuberufen, um notfalls eine Kürzung der Förderung beschließen zu können. Gleichzeitig sind sich die Opec-Minister jedoch bewusst, dass etwa ein Hurrikan oder der Streit um Irans Atomprogramm jederzeit die Preise wieder höher treiben könnte. Dies wiederum könnte die wirtschaftliche Abkühlung beschleunigen und so die Öl-Nachfrage dauerhaft bremsen.

Die Opec fördert seit mehr als einem Jahr auf Rekordniveau. Aus Ländern des Kartells kommt etwa ein Drittel des weltweit geförderten Erdöls.

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