Ölpreis fällt
Neue Verkaufswelle bei Rohstoffen

Der höhere Dollar macht Öl und Kupfer für viele Anleger unattraktiv. Silber und Platin geraten ebenso unter Druck. Nur Gold glänzt wieder.
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FrabkfurtZusammen mit dem Euro sind am Montag die Preise für Öl und Kupfer wieder stark unter Druck geraten. Denn für Anleger aus dem Euro-Raum werden die in Dollar gehandelten Rohstoffe durch die Abwertung der Gemeinschaftswährung unattraktiv. "Der Dollar-Kursanstieg ist das, was die Preise drückt", fasste ein Rohstoffanalyst zusammen. Viele Anleger flüchteten in das als sichere Anlage geltende Gold, das in Euro gerechnet mit 1080,04 Euro so wertvoll wie noch nie wurde. Während dem Euro vor allem die Schuldenkrise im Süden des Währungsraums zu schaffen machte, litten die Rohstoffe zudem noch unter Spekulationen auf eine nachlassende Weltkonjunktur.

So waren in der Euro-Zone die Einkaufsmanagerindizes für Mai nach vorläufigen Berechnungen deutlich schwächer als im April ausgefallen. Danach schwächte sich der Aufschwung so kräftig ab wie seit November 2008 während der Finanzkrise nicht mehr. Auch für China signalisierte ein Einkaufsmanagerindex für Mai eine Abkühlung der Konjunktur. Damit könnte die Nachfrage der Industrie nach Öl und Kupfer sinken.

Ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI und der Nordseeöl der Sorte Brent verbilligten sich bis zum Nachmittag um je mehr als drei Prozent auf knapp 97 beziehungsweise 109 Dollar. Einen sehr viel stärkeren Preisrutsch hielten Analysten für unwahrscheinlich: "Die anhaltenden Unruhen in Libyen und im Nahen Osten dürften einem starken Preisrückgang allerdings entgegenstehen", warnten die Analysten der Commerzbank.

Kupfer zur Lieferung in drei Monaten kostete mit 8790 Dollar je Tonne ebenfalls drei Prozent weniger als am Freitag. Bei Nickel und Blei fielen die Preisabschläge mit vier Prozent noch deutlicher aus.

Viele Anleger legten ihr Geld lieber beim Gold an, das vor allem in Euro gerechnet neue Höhen erklomm und am Nachmittag mit 1074,42 Euro noch 0,7 Prozent teuerer als am Freitag war. Mit Preisen über 1500 Dollar kostete die Feinunze in Greenback gerechnet noch etwa so viel wie am Freitagabend.

Doch auch bei den Edelmetallen sind die Anleger wählerisch. Silber, das mit 34,51 Dollar je Feinunze 1,4 Prozent einbüßte, und Platin, das mit 1740 Dollar 1,6 Prozent niedriger notierte, waren den meisten nicht gut genug. Dies spiegelte sich auch in den Kapitalflüssen der ETFs wider: Denn während die Gold-ETFS wieder Zuflüsse registrierten, überwogen beim Silber die Abflüsse.

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