Ölpreis gibt weiter nach - Benzin etwas billiger
Neue Preiserhöhungsrunde bei Gas steht bevor

Nach dem Preisschock an den Tankstellen müssen sich die Verbraucher auch auf weiter steigende Gaspreise einstellen.

HB BERLIN/HAMBURG/NEW YORK. „Alle Unternehmen der Gaswirtschaft haben derzeit mit deutlich höheren Beschaffungskosten zu kämpfen“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, Martin Weyand, am Dienstag in Berlin. „Deshalb müssen wir damit rechnen, dass auch der Preis für Gas in den nächsten Monaten weiter steigen wird.“ Auf die Höhe wollte er sich nicht festlegen. Dies sei Sache der mehr als 700 Gasversorger. Rund 19,5 Millionen Haushalte in Deutschland heizen laut Verband mit Gas.

Die Gaspreise sind in Deutschland seit Jahrzehnten an an den Rohöl-Preis gebunden. In den vergangenen Monaten waren die Tarife bereits zwischen acht und 15 % angehoben worden. In der Regel kommen höhere Ölpreise mit sechs Monaten Zeitverzögerung bei den Kunden der Gasversorger an.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christoph Böhr sprach sich für eine Abkoppelung der Gaspreise vom Ölpreis aus. „Andernfalls muss dieses Thema Gegenstand einer kartellrechtlichen Untersuchung werden“, sagte Böhr der Tageszeitung „Die Welt“. „Es hat den Anschein, dass Energiekonzerne Absprachen getroffen haben, die eine Koppelung dieser Preise zur Folge haben“, sagte Böhr.

An den Rohölmärkten hat sich unterdessen die Entspannung am Dienstag spürbar fortgesetzt. Auch die Benzinpreise in Deutschland gaben leicht nach, blieben aber auf hohem Niveau. An den Markentankstellen kostete der Liter Superbenzin am Dienstag noch durchschnittlich 1,41 bis 1,42 €, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg mit. Das sind drei Cent weniger als am Freitag.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) appellierte erneut an die anderen führenden Industriestaaten und Russland (G8), gemeinsam für eine Entlastung der Bürger zu sorgen. Der Öl-Preis müsse wieder auf ein verantwortliches und der Realität entsprechendes Maß sinken, sagte Schröder am Dienstag auf einem Kongress in Berlin. „Experten schätzen, dass ein ganz erheblicher Teil des Ölpreises auf reiner Spekulation beruht.“ Dies müsse zurückgeführt werden durch mehr Transparenz bei der Preisbildung.

Die Grünen-Bundestagsfraktion verabschiedete ein Zehn-Punkte-Sofortprogramm mit dem Titel „Weg vom Öl - Rein in die neuen Energien“. Vom Jahr 2020 an solle Deutschland jeweils ein Viertel seines Bedarfs an Kraftstoffen, Strom, Wärme und petrochemischen Gütern wie Kunststoffen aus erneuerbaren Rohstoffquellen decken, sagte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne). „Wir wollen unsere Abhängigkeit vom Öl mindern, weil nur das langfristig zur Versorgungssicherheit und zu stabilen und bezahlbaren Energiepreisen führt.“

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