Ölpreis: IEA erwartet 2016 keine Stabilisierung der Ölmärkte

Ölpreis
IEA erwartet 2016 keine Stabilisierung der Ölmärkte

Die Opec glaubt daran, dass der Ölpreis noch im Laufenden Jahr robuster wird. Die Internationale Energieagentur widerspricht. Doch auf die Seite der düstersten Prognosen von Banken möchte sie sich nicht gesellen.

LondonNach monatelangem Ölpreis-Verfall ist laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) auch 2016 keine Entspannung der Märkte in Sicht. Das Überangebot werde vielmehr noch das gesamte Jahr anhalten, prognostizierte die IEA am Dienstag. Die Schiefergas-Förderung in den USA gehe nur langsam zurück und eine Einigung der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) mit anderen Öl-Ländern auf eine geringere Produktion sei unwahrscheinlich.

„Anhaltende Spekulationen über eine Vereinbarung zwischen Opec-Staaten und führenden Produzenten außerhalb der Opec für eine Förderkürzung scheinen nichts als Spekulationen zu sein“, erklärte die in Paris ansässige Agentur, die die Energiepolitik von Industrieländern koordiniert. Die IEA rechnet nicht mit einem Anstieg der Ölpreise, wies aber auch extreme Prognosen für einen Rückgang auf zehn Dollar je Barrel (159 Liter) zurück. Für ein Fass der Nordseesorte Brent werden derzeit um die 30 Dollar fällig. Im Juni 2014 waren es noch knapp 115 Dollar.

Der niedrige Ölpreis setzt der Wirtschaft von Förderstaaten wie Russland sowie den Energiekonzernen massiv zu. Anders als in früheren Zeiten drosselt die Opec ihre Produktion nicht, was den Preisen Auftrieb geben würde. Doch das Kartell will seinen Marktanteil gegen die wachsende Konkurrenz von US-Schiefergas-Produzenten verteidigen. Inzwischen geht die Förderung durch das in Europa umstrittene „Fracking“ wegen des Preisverfalls tatsächlich zurück. Anders als die IEA rechnet die Opec noch 2016 mit einer Stabilisierung der Ölmärkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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