Ölpreis
Mullahs halten die Ölmärkte in Atem

Iran und seine Krisen sind die Achillesferse der Ölmärkte. Immer wieder sorgen Konflikte mit Teheran für starke Turbulenzen. Allein seit der Festnahme der britischen Geiseln durch den Iran hat der Ölpreis zehn Prozent zugelegt.

FRANKFURT/BERLIN. Heute stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent im asiatischen Handel auf 66,72 Dollar. Eine Entlastung erwarten Analysten auch in den kommenden Wochen nicht. Sollte sich die Situation in Iran verschärfen, rechnen sie sogar mit deutlich höheren Ölnotierungen.

Von seinem Jahrestief von 52 Euro ist der Preis inzwischen mehr als ein Viertel entfernt. Auslöser der Aufwärtsbewegung ist neben temporären Faktoren wie dem kalten Februar und rückläufigen US-Lagerbeständen insbesondere die unsichere Lage in Iran: „Vor allem der jüngste Anstieg hat eigentlich nur mit Iran zu tun“, sagt Hannes Loacker, Ölanalyst der Raiffeisen Zentralbank.

Die Nervosität der Märkte erklärt sich aus der großen Bedeutung Irans für die weltweite Energieversorgung. Mit einer Fördermenge von vier Millionen Barrel am Tag steht das Land für knapp ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion. 2,5 Millionen des geförderten Öls gehen in den Export, damit ist Iran hinter Saudi-Arabien, Russland und Nigeria weltweit der viertwichtigste Exporteur.

Sollte sich der Konflikt am Golf so weit verschärfen, dass Iran seine Ausfuhren stoppt, würde das die Öl importierenden Industriestaaten empfindlich treffen. Allerdings ist die Situation nicht so brenzlig wie im Sommer vergangenen Jahres, als die Debatte über das iranische Atomprogramm den Ölpreis über 75 Dollar je Barrel trieb. „Im Vergleich zu damals hat die Opec ihre Reservekapazitäten fast verdreifacht“, sagt Loacker. Im Sommer 2006 betrugen die Reserven lediglich eine Million Barrel, nachdem das Ölkartell im November und Februar die Förderquoten gekürzt hatte, wuchsen sie aber auf 2,8 Millionen Barrel an. „Von heute auf morgen kann die Opec diese Reserven zwar nicht abrufen, mittelfristig könnte sie Lieferausfälle in Iran aber kompensieren“, sagt Loacker.

Seite 1:

Mullahs halten die Ölmärkte in Atem

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%