Ölpreis
Ölminister zurren Förderbegrenzung fest

Die Öl-Förderländer Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela haben in Doha zwar eine Förderbegrenzung – aber keine Kürzung bei der Produktion – beschlossen. Die Ölpreise reagierten auf diese Entscheidung sofort.
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SingapurRussland und drei wichtige Mitglieder des Ölkartells Opec wollen die Förderung begrenzen und damit den massiven Preisverfall stoppen. Die Produktion solle auf dem Niveau vom Januar gedeckelt werden, sagte der saudische Ölminister Ali al-Naimi am Dienstag nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, Venezuela und Katar. „Wir glauben, dass dieser Schritt den Markt stabilisieren wird“, ergänzte Mohammed bin Saleh al-Sada aus Katar. Die Vereinbarung sei jedoch davon abhängig, dass sich andere Produzenten ihr anschlössen. Am Ölmarkt wurde daher nicht damit gerechnet, dass es bald zu einer Begrenzung des Angebots kommt. Der Ölpreis gab daraufhin einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder ab.

Die Minister wollen sich nun um weitere Förderländer bemühen. Am Mittwoch will der venezolanische Ressortchef Eulogio Del Pino in die iranische Hauptstadt Teheran reisen. „Wir werden dort mit den Ministern aus dem Iran und dem Irak sprechen“, sagte er. Venezuela steckt wegen des Ölpreisverfalls in finanziellen Schwierigkeiten. Fachleute befürchten, dass die Regierung in Caracas Probleme mit der Rückzahlung von Anleihen bekommen könnte.

Das Land pocht deswegen schon seit längerem auf ein gemeinsames Vorgehen der Opec-Staaten, um den Preisverfall zu stoppen. Del Pino sagte, er hoffe darauf, dass der Ölminister von Katar mit ihm nach Teheran reisen werde. Nach dem Ende der westlichen Sanktionen meldet sich der Iran gerade zurück auf dem Ölmarkt. Auch der Irak hatte zuletzt seine Förderung ausgeweitet.

Im Kampf um Marktanteile hatten die größten Ölstaaten wie Saudi-Arabien und Russland bisher bewusst auf Produktionskürzungen verzichtet und stattdessen den Markt geflutet. Durch das große Angebot waren die Ölpreise seit Mitte 2014 um rund 70 Prozent eingebrochen. Darunter leiden alle großen Ölförderländer, aber auch viele Ölkonzerne. Ziel der größten Förderländer war, die USA aus dem Markt zu drängen, wo dank der umstrittenen Fracking-Technik die Förderung boomt.

Der Ölpreis ist in den vergangenen 18 Monaten wegen des riesigen Angebots um rund drei Viertel eingebrochen. Zeitweise kostete der Rohstoff weniger als 30 Dollar je Fass, das ist so wenig wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Am Dienstag kostete ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent mit knapp 34 Dollar aber 1,5 Prozent mehr als am Montag.

Die nun erreichte Vereinbarung sei gleichwohl ein Durchbruch, sagte Olivier Jakob, Chef des Öl-Analysehauses Petromatrix. "Es ist die erste Entscheidung seit November 2014, die Nachfrage zu begrenzen."

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Man fragt sich manchmal, ob bestimmte Vorurteile in der Welt sind, weil es die Welt für das eigene Denken so schön bequem macht, oder ob sie in der Welt sind, weil man vielen von uns schon von Kindesbeinen an eingebläut hat, bloß nichts zu sagen, was im Gegensatz zu dem steht, was irgendwelche „geistigen Autoritäten“ uns permanent vorkauen – und am Ende vor die Füße spucken.

    Immer wieder schreiben mir Leser, sie könnten nicht glauben, was ich zu den Preisen von Rohstoffen sage, dass sie nämlich über weite Strecken nichts mit physischem Angebot und physischer Nachfrage zu tun haben. Es ist offenbar unglaublich schwer – selbst für Laien (von sogenannten Experten, die Mikroökonomie an der Universität gelernt haben, erst gar nicht zu sprechen) – sich von dem Vorurteil zu lösen, das man uns von Kindesbeinen eingebläut hat, nämlich dass der Kartoffelpreis sinkt, wenn es eine gute Ernte gibt. Nachgerade nichts kann uns davon abhalten, diese Lehre auf alles und jedes zu übertragen, was wir (scheinbar) vor uns sehen.

    Nehmen wir dazu ein Beispiel von heute: Im Handelsblatt steht als Unterüberschrift folgendes: „In Doha treffen sich heute die Öl-Förderländer Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela. Dabei könnte es um Förderkürzungen gehen, um den Preisverfall zu bekämpfen. Die Ölpreise reagieren bereits.“
    Aha, die Preise reagieren (steigen), bevor sich die Förderländer überhaupt auf Kürzungen des Angebots verständigt haben. Warum fragt niemand: Wie kann das sein? Wenn sich weder Angebot an Öl noch die Nachfrage nach Öl geändert haben, wie kann der Preis steigen? Wieso schreibt ein Redakteur des Handelsblattes dieses Faktum auf, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, dazu Fragen zu stellen? Die einfachste und naheliegende Frage lautet: Wenn es möglich ist, dass die Preise reagieren, bevor man überhaupt Angebotskürzungen vornimmt, ist dann der Preis vielleicht auch gefallen, ohne dass dazu sich Angebot oder Nachfrage geändert haben? Quelle Nachdenkseiten

  • Am Ölmarkt wurde daher nicht damit gerechnet, dass es bald zu einer Begrenzung des Angebots kommt. Der Ölpreis gab daraufhin einen Teil seiner jüngsten Gewinne wieder ab.

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    Und von was will in der Zukunft PUTIN Geld einnehmen ???



  • Peter Spiegel16.02.2016, 14:08 Uhr
    Mir ist der Ölpreis egal.
    Ich tanke immer für 20,- Euro.
    Troll legen Sie doch mal eine andere Platte auf, wie oft wollen Sie den Mist eigentlich noch schreiben.

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