Ölpreis
Opec deutet gleichbleibende Förderquoten an

Vor einem Jahr begann der Absturz: Die Ölnachfrage brach ein, der Ölpreis ging in den Keller. Nun stabilisiert er sich bei rund 70 Dollar pro Barrel. Experten erwarten, dass es schon im kommenden Jahr wieder aufwärts gehen könnte. Die Opec-Vertreter haben bereits durchklingen lassen, ihre Förderpolitik wie gehabt fortführen zu wollen.

DÜSSELDORF. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird ihre Förderquoten voraussichtlich nicht verändern. Darauf deuten Äußerungen von Vertretern des Ölkartells im Vorfeld ihres Treffens in Wien hin. Die Entscheidung wird für Mittwochabend erwartet.

Die Ölpreise befinden sich in einer "zufriedenstellenden Bandbreite", sagte Opec-Präsident Jose Maria de Botelho Vasconcelos gegenüber Bloomberg News in Luanda. Vasconcelos ist zugleich Ölminister von Angola. Ähnlich äußerte sich auch Ali al-Naimi, Ölminister in Saudi-Arabien, dem weltweit wichtigsten Ölförderland. Der Markt befinde sich mit Preisen zwischen 68 und 73 Dollar "in einer guten Verfassung", sagte al-Naimi bei seiner Ankunft in Wien. "Der Preis ist für jeden gut, für die Konsumenten und für die Produzenten."

Noch vor einem Jahr sah das ganz anders aus. Im Zuge des wirtschaftlichen Abschwungs war die Ölnachfrage eingebrochen. Die Preise für ein Barrel Rohöl (159 Liter) waren in kurzer Zeit von ihrem Rekordhoch bei fast 150 Dollar abgestürzt. Die Opec hatte mit drastischen Kürzungen ihrer Förderung auf den Preisrutsch reagiert, doch Anfang Dezember war ein Barrel Öl weniger als 40 Dollar wert.

Erst die Hoffnungen auf eine Erholung der Wirtschaft haben den Notierungen erneut Auftrieb gegeben. Seit Januar hat sich der Ölpreis auf das aktuelle Niveau erholt. Gestern kostete ein Barrel des für Europa wichtigen Brentöls am Londoner Spotmarkt gut 69 Dollar.

"Wir erwarten keine Änderung der Förderung", sagt Costanza Jacazio, Rohstoffanalystin von Barclays Capital. Die meisten der Schlüsselfaktoren des Marktes hätten sich in die gewünschte Richtung bewegt. Dies gelte auch für den gesamtwirtschaftlichen Hintergrund. Die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung hätten sich seit Mai verdichtet. Andererseits verfügten die OECD-Länder jedoch noch immer über recht hohe Ölbestände, so Jacazio. "Die Opec-Mitglieder werden daher wohl an ihrer zurzeit restriktiven Produktionpolitik festhalten."

"Es gibt keinen Anlass, die Förderung weiter zu kürzen", sagt Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Ganz im Gegenteil: "Durch die Hintertür" habe die Opec ihre Produktion sogar um rund 0,8 Mio. Barrel ausgeweitet. Die Quotendisziplin habe nachgelassen.

Nach Einschätzung der Barclays-Expertin Jacazio befinden sich die Ölpreise in einer Konsolidierungsphase. Für das vierte Quartal rechnet Jacazio mit einem durchschnittlichen Preis von 76 Dollar je Barrel. Im nächsten Jahr werde der Preis im Schnitt bei 85 Dollar liegen. Schallenberger rechnet bis Ende des Jahres mit 70 bis 75 Dollar. Für 2010 erwartet er dann einen Anstieg auf 80 Dollar.

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