Ölpreis: Russland stellt sich auf die Seite Irans

Ölpreis
Russland stellt sich auf die Seite Irans

Die Opec-Staaten Saudi-Arabien, Venezuela und Katar haben sich mit Russland auf ein Förderlimit verständigt, um den Ölpreis zu stützen. Teheran aber schließt ein Limit aus - und bekommt Rückendeckung von Russland.

Frankfurt am MainIrans Forderung nach einer Sonderbehandlung bei der geplanten Öl-Förderbremse entzweit die großen Produzenten. Russlands Energieminister Alexander Nowak erklärte am Montag nach Gesprächen in Teheran, die islamische Republik fordere zurecht, von einer Begrenzung auf das Niveau vom Januar befreit zu werden. „Wir teilen die Sichtweise, dass sich der Iran in einer Sondersituation befindet“, sagte er nach einem Treffen mit seinem iranischen Kollegen Bidschan Sanganeh.

Dagegen sagte der amtierende kuwaitische Öl-Minister Anas al-Saleh, es sei nur schwer vorstellbar, dass einige Staaten ihre Produktion deckeln und andere nicht. Am wichtigsten sei es, einen Konsens zu erzielen.

Saudi-Arabien, Venezuela und Katar hatten sich mit dem Nicht-Opec-Mitglied Russland darauf geeinigt, ihre Produktion auf dem Niveau vom Januar einzufrieren. Allerdings sollen sich auch andere Länder beteiligen. Damit soll der Ölpreis gestützt werden, der wegen des Überangebots massiv eingebrochen ist - zeitweise bis unter 30 Dollar je Fass. Der Iran macht jedoch geltend, dass er nach dem Ende der Atomsanktionen noch nicht das alte Produktionsniveau erreicht hat.

Täglich will der Iran vier Millionen Barrel Öl produzieren. Aktuell liegt die Produktion Opec-Insidern zufolge bei knapp drei Millionen Barrel.

Die schwindende Aussicht auf eine Deckelung der Fördermengen hat den Ölpreis am Montag auf Talfahrt geschickt. Die richtungsweisende Sorte Brent zur Lieferung im Mai verbilligte sich um etwa drei Prozent auf 39,20 Dollar je Barrel. Steil nach unten geht es ebenso für das nordamerikanische Leichtöl WTI, und zwar um mehr als vier Prozent auf 36,85 Dollar (zur Lieferung im April).

Der Ölpreis habe seine Talsohle zwar erreicht, schrieben die Analysten der US-Bank Morgan Stanley. Wegen der schwächelnden Nachfrage und der weltweiten Überproduktion könne aber nicht mit baldigen, deutlichen Preissteigerungen gerechnet werden. Derzeit drängen täglich ein bis zwei Millionen Barrel Rohöl mehr auf den Markt als benötigt werden.

Länder wie Russland oder Venezuela drängen auf höhere Ölpreise. Rohstoffexporte sind für die Finanzierung ihrer Haushalte von wesentlicher Bedeutung. Durch den Ölpreisverfall gerieten gar ölreiche Staaten wie Saudi-Arabien unter Druck. Dort fielen die Einnahmen aus dem Ölgeschäft 2015 um 15 Prozent niedriger aus als erwartet.

Zwar wollte sich in den kommenden Tagen südamerikanische Förderländer wie Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Mexiko treffen, um über ihre Produktion zu sprechen. Doch das Vorhaben platzte – aus Terminschwierigkeiten. Das nächste Treffen erdölfördernder Länder – sowohl mit Opec- als auch Nicht-Opec-Staaten – sei nun erst Mitte April wahrscheinlich, sagten Opec-Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Seit Mitte Juni 2014, als ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl noch 114,94 Dollar betrug, ist der Preis um knapp 66 Prozent gefallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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