Ölpreis: Schwacher Euro macht Tanken so teuer wie nie

Ölpreis
Schwacher Euro macht Tanken so teuer wie nie

Der Preis für Erdöl steigt kräftig. Die Verbraucher spüren es schon an der Tankstelle. Ein Liter Superbenzin kostet mehr als 1,60 Euro. Schuld daran ist jedoch nicht nur der Iran, sondern auch die Euro-Krise.
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DüsseldorfSo teuer war eine Tankfüllung noch nie. Ein Liter Benzin kostet in der Spitze wieder über 1,60 Euro. Auch Diesel ist derzeit sehr teuer: Der Liter kostete am Freitag im Schnitt 1,50 Euro. Statistiken auf der Internetseite Benzinpreis.de zeigen, dass für einen Liter Super sogar das Spitzenniveau aus dem vergangenen Frühjahr bereits leicht übertroffen worden ist. Bereits das vergangene Jahr war das teuerste aller Zeiten für die Autofahrer. Und 2012 werde noch teurer, sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst (EID).

Anders als im vergangenen Jahr sind die hohen Preise jedoch auch hausgemacht. Hauptursache ist zwar, dass der Preis für Öl an den internationalen Märken immer schneller steigt. Allein seit Anfang Februar hat sich Brentöl um gut zehn Dollar verteuert. Erstmals seit Mitte 2011 kostet ein Barrel (159 Liter) wieder mehr als 120 Dollar. Damit befinden sich Ölpreise – in Dollar betrachtet – aber noch nicht einmal auf Rekordniveau. Das hatte der Preis

für die Sorte Brent hatte im Juli 2008 mit mehr als 140 Dollar erreicht.

Doch das ist nur die Rechnung in der amerikanischen Währung. Für Autofahrer in Europa ist außerdem entscheidend, wie sich der Euro gegenüber dem Dollar entwickelt hat. Hier ist seit Beginn der Finanzkrise ein starker Wertverfall festzustellen. Im Juli 2008 kostete ein Euro fast 1,60 Dollar, im Mai 2011 waren es knapp 1,50 Dollar und derzeit sind es nur noch 1,31 Dollar. Das ist ein Minus von fast 20 Prozent. 

Für Autofahrer bedeuten diese Zahlen dennoch: Sie leiden doppelt. Der Benzinpreis steigt derzeit, weil Öl teurer wird und der Euro wegen der Finanzkrise billiger wird. In Euro gerechnet kostet Brent-Öl derzeit sogar so viel wie nie zuvor. Während ein Fass am 4. Juli 2008 schon für gut 89 Euro zu haben war, sind es derzeit mehr als 92 Euro. Ein Rekord.

Vor knapp einem Jahr, als die Benzinpreisdebatte zuletzt Politik und Kartellamt beschäftigte, war der Europreis für Brent-Öl hingegen vergleichsweise niedrig: knapp 78 Euro waren es Anfang Mai 2011. 

Kommentare zu " Ölpreis: Schwacher Euro macht Tanken so teuer wie nie"

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  • Bisher ist zwar der Atomausstieg beschlossen,aber um die fossilen Brennstoffe wurde sich nie gekümmert.Interessant ist die Entwicklung schon,den 1999 kostete das Barrel noch 10-13 US Dollar.Wie geht das wohl weiter... ?

  • @ Tatsaechlicher-Grund,

    "Die Beute dieser Lobbyarbeit in Rotterdam zahlen die Bürger täglich an den Zapfsäulen ...
    "
    Wie wahr!!!!!!!!!!!!

  • Rechnet man den aktuellen Dollarkurs in Deutsche Mark um, liegt das Ergebnis bei rd.1,49 DM. Zu Zeiten als der USD auf diesem Niveau notierte, fabulierte die Presse noch von einer bedrohlichen "Dollarschwäche"...
    Um zu verstehen, warum tatsächlich der EU-Ölpreis eskaliert, lohnt ein Blick auf die beiden grosssen Handelsplätze, an denen Ölpreise angezeigt werden.
    Hier zeigt der Spotmarkt in Rotterdam einen Wert von 119,39 USD.
    Zeitgleich zeigt der WTI-Wert in den USA nur 103,21 USD.
    Die atypische Abweichung ist nicht so "unerklärlich" wie die Beteiligten mit aufgesetzter Unschuldsmiene glauben machen wollen.
    Am WTI-Markt wurden neue aufsichtsrechtliche Regeln durchgesetzt, damit nicht manipulierte Wetten den Basismarkt verzerren ( "Schwanz wedelt mit Hund").
    Diese Regeln wurden am Spotmarkt Rotterdam verhindert. Seither gilt, dass in Rotterdam Tagesgeschäft ist, wofür in den USA der
    Staatsanwalt kommt.
    Die Beute dieser Lobbyarbeit in Rotterdam zahlen die Bürger täglich an den Zapfsäulen ...


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