Ölpreis setzt Höhenflug fort
Ahmadinedschad schürt Öl-Ängste

Der auf Rekordhöhen liegende Ölpreis spiegelt nach Einschätzung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad noch nicht den wahren Wert des Rohstoffs wider. Der Staatschef des viertgrößten Ölexporteurs sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna aber nicht, bei welchem Preis dieser Wert erreicht wäre. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schließt schon für Mitte 2006 einen Ölpreis von 80 Dollar nicht mehr aus. Der Preis für das „schwarze Gold“ setzte unterdessen seinen Höhenflug ungebremst fort.

HB/rab TEHERAN/WASHINGTON. Ahmadinedschad sprach sich der Meldung zufolge dagegen aus, dass die Industriestaaten von einem solchen, nicht angemessenen Preis profitierten. Dabei verwies er auf die Tatsache, dass Öl für die jeweiligen Staaten, die es besitzen, einen wichtigen Teil des Volksvermögens darstelle. Der Preis dürfe nicht gesenkt werden, weil sich dies für Entwicklungsländern als schädlich herausstellen werde „und es den Weltmächten erlauben würde, am meisten davon zu profitieren“, sagte Ahmadinedschad der Meldung zufolge. Zudem kritisierte der Präsident, „dass die Produkte, die aus Rohöl gewonnen werden, um das Zehnfache teurer sind als Öl, das von den Produzenten verkauft wird, und dass die entwickelten und einflussreichen Staaten mehr als alle anderen von diesem Mehrwert haben“.

Der Ölpreis ist in jüngster Zeit nicht zuletzt wegen des verhärteten Konflikts um das iranische Atomprogramm gestiegen. Investoren und Spekulanten gehen davon aus, dass der Iran unter der erz-konservativen Führung seinen Ölreichtum als Waffe in dem Streit einsetzen könnte. Der UN-Sicherheitsrat hat den Iran aufgefordert, mit vertrauensbildenden Maßnahmen den Verdacht zu entschärfen, er arbeite unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen. Der Iran lehnt die verlangten Schritte ab. Am 28. April läuft in dem Konflikt eine Frist ab, nach der der Sicherheitsrat über sein weiteres Vorgehen entscheiden will.

Ahmadinedschad geht damit auf Konfrontationskurs zum offiziellen Kurs der Opec, dessen Mitglied der Iran ist. Die Organisation Erdöl exportierender Länder ist eigentlich daran interessiert, den Preisanstieg zu bremsen, um die Weltwirtschaft nicht abzuwürgen. Indonesien will nach den Angaben seines Opec-Gesandten Maizar Rahman beim nächsten Opec-Treffen eine Anhebung der Ölförderung vorschlagen. Eine solche Anhebung könne von Saudi-Arabien und Kuwait geleistet werden, hatte Rahman am Montag gesagt. Dagegen glaubt Opec-Mitglied Katar, dass die Opec machtlos gegen den hohen Öl-Preis ist. „Ich glaube, dass der Preis zu hoch ist, aber es gibt nichts, was wir dagegen tun könnten“, hatte der Öl-Minister des Landes, Abdullah al-Attijah, am Ostermontag erklärt. Auf die Frage, ob dies für die Weltwirtschaft schädlich sei, sagte Attijah: „Wenn der Preis über 60 Dollar steigt, fange ich an, mir Sorgen zu machen.“

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