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Ölpreis sinkt nach Durchgreifen Norwegens auf Bohrplattformen

Die angeordnete Zwangsschlichtung der Streiks auf Bohrplattformen der Nordsee durch die norwegische Regierung hat am Montag die Ölmärkte kurzzeitig beruhigt. Die Ölpreise fielen im späten Handel.

dpa-afx NEW YORK/OSLO/HAMBURG. Die angeordnete Zwangsschlichtung der Streiks auf Bohrplattformen der Nordsee durch die norwegische Regierung hat am Montag die Ölmärkte kurzzeitig beruhigt. Die Ölpreise fielen im späten Handel. In New York sank der Preis für Rohöl zur Auslieferung im Dezember um 22 Cent auf 54,95 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor hatte die Angst vor einem Ausfall der norwegischen Erdölproduktion den Preis noch auf den Rekordstand von zwischenzeitlich 55,52 Dollar getrieben. Norwegen bringt pro Tag 3,3 Mill. Barrel Öl auf den Weltmarkt.

"Angst und Spekulation dominieren derzeit das Geschäft an den Märkten", sagte die Sprecherin des Hamburger Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow, am Montag der dpa. Es gebe insgesamt ein ausreichende Versorgung, mahnte die MWV-Sprecherin. Der Preis für Nordsee-Öl der Marke Brent erreichte mit einem Anstieg von 1,3 Prozent auf 51,90 Dollar am Montag im frühen Handel eine Rekordmarke, fiel aber dann als Reaktion auf die Entscheidung Norwegens wieder auf 51,10 Dollar.

Teures Benzin

An den deutschen Tankstellen blieben die Durchschnittspreise zum Wochenanfang mit 1,06 Euro für Diesel, 1,17 Euro für Normalbenzin und 1,19 für Super auf hohem Niveau. Diesel hatte in der Vorwoche mit 1,08 Euro seinen bisherigen Spitzenwert erreicht, der bei Super liegt bei 1,21 Euro. Auch die Heizölpreise bewegen sich auf hohem Niveau. Der Energie Informationsdienst (EID) ermittelte zuletzt in Deutschland regionale Preisspannen von 52 Euro bis 55 Euro je 100 Liter bei der Abnahme von 3 000 Litern.

Noch vor dem Eingreifen der norwegischen Regierung hatte der Reedereiverband in Oslo die Aussperrung von 2 500 Beschäftigten in der Offshore-Industrie als Antwort auf einen seit vier Wochen dauernden Streik einiger hundert Mitglieder der Gewerkschaft OFS angekündigt. Eine Aussperrung nach Ablauf der Friedenspflicht am 9. November hätte die gesamte Förderung beim weltweit drittgrößten Ölexporteur lahm gelegt. Die streikenden OFS-Mitglieder wollten mit ihrer Aktion eine Bestandsgarantie für ihre Arbeitsverträge und wehrten sich gegen deren Verlagerung zu ausländischen Unternehmen.

Weitere preistreibende Faktoren waren zu Wochenbeginn erneut die Angst vor Terroranschlägen auf Ölleitungen im Irak, die hohe chinesische Ölnachfrage, die offenbar unzureichenden amerikanischen Heizölreserven und Produktionsausfälle im Golf von Mexiko.

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