Ölpreis: Talfahrt beim Öl geht weiter

Ölpreis
Talfahrt beim Öl geht weiter

Nach der zwischenzeitlichen Erholung in der vergangenen Woche sind die Ölpreise wieder unter die Marke von 30 US-Dollar gefallen. Die Ratingagentur Fitch warnt vor Gefahren für die Konzerne aufgrund des Preisverfalls.

FrankfurtIn der Hoffnung auf baldige Produktionskürzungen sind Anleger am Dienstag wieder in den Rohölmarkt eingestiegen. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee, die sich zuvor um bis zu vier Prozent verbilligt hatte, legte 1,8 Prozent auf 31,06 Dollar je Barrel zu.

Geschürt wurden diese Spekulationen von Aussagen des irakischen Ölministers Adel Abdel Mahdi. Es gebe "gewisse Flexibilität" für eine Einigung zwischen der Opec und den Nicht-Opec-Förderländern. „Wir werden sicher von allen Seiten solide Vorschläge hören.“ Als Schlüssel für ein Abkommen gilt Russland, dass in der Frage von Förderquoten bislang nicht mit der Opec kooperieren will.

„Ohne eine Einigung deutet alles auf weitere fallende Preise hin“, sagte Rohstoff-Experte David Hufton vom Erdöl-Broker PVM. „Mit einer Einigung kehrt Rohöl in den Bereich von 40 bis 60 Dollar zurück.“ Wegen des weltweiten Überangebots ist der Preis für das „schwarze Gold“ seit Mitte 2014 um rund 70 Prozent eingebrochen.

Die Aussicht auf ein anhaltend hohes Angebot aus dem wichtigen Ölförderland Saudi-Arabien hatte bereits am Vortag die Preise gedrückt, nachdem diese sich zwischenzeitlich etwas erholt hatten. Der Chef des saudischen Ölmultis Aramco, Khalid Al-Falih, sagte, dass die Investitionen des Konzerns trotz des Ölpreisverfalls nicht gekürzt worden seien.

Hinzu kommen möglicherweise weiter steigende Rohöl-Lagerbestände in den USA. Experten rechnen mit einem Zuwachs um mehr als 4 Millionen Barrel im Vergleich zur Vorwoche. Damit wäre der Anstieg stärker als zuletzt. Die offiziellen Zahlen werden am Mittwoch veröffentlicht.

Am Freitag waren die Ölpreise noch jeweils über 32 Dollar gestiegen, nachdem sie in den Handelstagen zuvor mit deutlich unter 30 Dollar den tiefsten Stand seit 2003 erreicht hatten. Seit Monaten sorgt ein viel zu hohes Angebot auf dem Weltmarkt in der Tendenz für fallende Ölpreise. Zur Ölschwemme trägt unter anderem bei, dass Saudi-Arabien mit hohen Fördermengen Konkurrenten aus dem Markt drängen will.

Die Ratingagentur Fitch wies auf Gefahren für die Kreditbewertung führender Ölkonzerne durch die Talfahrt der Ölpreise hin. Im Fall einer längeren Phase mit niedrigen Ölpreisen müssten mehrere Unternehmen „sehr signifikante“ Sparmaßnahmen durchführen, um die aktuelle Kreditbewertung bis 2018 halten zu können, teilte Fitch mit. Zu den gefährdeten Unternehmen zählen die Experten unter anderem den Total-Konzern und den Ölmulti Royal Dutch Shell.

Fitch geht in den kommenden Jahren von einer langsamen Preiserholung aus. Für 2016 erwarten die Experten einen Preis von 45 Dollar je Barrel, im kommenden Jahr von 50 Dollar und in den Jahren darauf einen Preis von 55 Dollar.

Agentur
Reuters 
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