Ölpreis-Talfahrt: Brent und WTI brechen weiter ein

Ölpreis-Talfahrt
Brent und WTI brechen weiter ein

Die Ölpreise fallen weiter, seit dem Sommer schon um fast 60 Prozent. Die Opec bleibt hartnäckig – zuletzt bekräftigte Abu Dhabi Pläne zum Ausbau der Förderung. Experten rechnen damit, dass sich die Talfahrt fortsetzt.
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SingapurDas weltweite Überangebot und die schwächelnde Nachfrage haben dem Ölpreis am Dienstag erneut zugesetzt. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 4,7 Prozent auf 45,19 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit kostete Brent so wenig wie zuletzt während der Finanzkrise im Frühjahr 2009. Analysten sehen vorerst kein Ende der Talfahrt.

Ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 73 Cent auf 45,33 Dollar.

Bereits am Montag waren die Ölpreise um mehr als zwei Dollar gefallen. Seit dem vergangenen Sommer sind die Preise damit um fast 60 Prozent eingebrochen. Das Ölkartell Opec hat bisher nicht mit einer Produktionskürzung auf den Preissturz reagiert.

Vor allem die wichtigen Ölproduzenten vom arabischen Golf wollen der stark wachsenden Schieferölindustrie in den USA mit niedrigeren Preisen einen Schuss vor den Bug setzen. Am Montag bekräftigte ein Regierungsvertreter aus Abu Dhabi, dass das Emirat trotz der Preisentwicklung an seinen Plänen zum Ausbau der eigenen Ölproduktion festhalten wolle.

So lange sich an den Rahmenbedingungen nichts ändere, müsse mit einer Fortsetzung der Talfahrt gerechnet werden, schrieben die Analysten von Phillip Futures in einem Kommentar. Ein Hoffnungsschimmer waren Börsianern zufolge die anziehenden chinesischen Importe.

Sie überschritt im Dezember erstmals die Marke von sieben Millionen Barrel täglich. Insgesamt kaufte die aufstrebende Wirtschaftsmacht im vergangenen Monat 30,37 Millionen Barrel Rohöl und traf damit fast die Prognose von Thomson Reuters Oil Research and Forecasts.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Man muss halt schauen, wie stark bei einer Verlagerung auf Tanker das Risiko für Umweltschäden steigt. Meines Erachtens steht der aktuelle Preis - auch unter diesen Umständen - in keinstem Verhältnis zu den Produktionskosten. Eine gute Aufstellung über die unglaublichen Ölmengen, die kürzlich bei Unglücken ausgelaufen sind, zeigt http://analogo.de/2015/01/11/der-oelpreis-hinterfragt/

  • Kann es sein, dass der Ölpreis immer weiter sinkt und dennoch kein Ausgleich der Nachfrage zum Angebot eintritt? Nach welcher Wirtschaftswissenschaft ist das begründet?

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