Ölpreis unter Druck
Brent fällt unter 100-Dollar-Marke

Die Verunsicherung am chinesischen Geldmarkt hat zu Wochenbeginn die Rohstoffpreise belastet. Händler spekulieren zudem auf eine geringere Nachfrage aus China. Der Brent-Preis fiel zeitweise unter 100 Dollar.
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Singapur/FrankfurtEin steigender Dollar und die Furcht vor einer geringeren Nachfrage aus den USA und China drücken den Preis für Brent, der zeitweise unter die Marke von 100 Dollar fiel. Ein Barrel der Ölsorte verbilligte sich im frühen Handel um 1,1 Prozent auf 99,85 Dollar. Der Brent-Ölpreis fing sich allerdings wieder und kostet aktuell 100,46 Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Lieferung sank um 19 Cent auf 93,50 Dollar.

Die Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in China belasteten die Ölpreise, sagten Händler. Die jüngsten Engpässe am chinesischen Geldmarkt sorgen bereits seit Tagen für Verunsicherung und haben am Montag auch die asiatischen Aktienmärkte belastet. Zudem hat die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Wachstumsprognose für China gesenkt. Angesichts der Lage in China sei der Syrien-Konflikt am Ölmarkt in den Hintergrund getreten, sagten Händler.

Kupfer leide ganz besonders unter der Furcht der Anleger vor einem Liquiditätsengpass, sagte Rohstoff-Expertin Helen Lau von UOB-Kay Hian Securities. „Das bringt die Kupfer-Verarbeiter in Schwierigkeiten, die sich von den Banken Geld leihen müssen, um das Metall einzukaufen.”

Das Industriemetall notierte zeitweise 2,6 Prozent schwächer bei 6640,50 Dollar je Tonne und war damit so billig wie zuletzt im Oktober 2011. Der chinesische Terminkontrakt fiel in der Spitze um 2,5 Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief von 47.900 Yuan (7803 Dollar) je Tonne.

China ist weltweit die Nummer eins beim Kupfer-Verbrauch. Die dortige Zentralbank will die Finanzmärkte nicht weiter mit billigem Notenbank-Geld fluten. Weitere Konjunkturspritzen der People's Bank of China (PBoC) seien bis auf weiteres nicht zu erwarten, da China seine Wirtschaft von Exporten unabhängiger machen und deshalb den heimischen Konsum stärken wolle, betonte Analyst Lee Chen Hoay von Phillip Futures. „Dies wird voraussichtlich Auswirkungen auf die Industrieproduktion haben. Daher muss in der zweiten Jahreshälfte mit einer weiteren Senkung der Prognosen für den chinesischen Ölbedarf gerechnet werden.” Mitte Juni hatte die Internationale Energieagentur IEA ihre Vorhersage für den Nachfrage-Anstieg 2013 des nach den USA weltweit zweitgrößten Öl-Verbrauchers auf 3,8 von 3,9 Prozent zurückgenommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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