Ölpreis will nicht sinken
Benzinpreise auf neuen Rekordhöhen

Die Ölpreise haben sich auch drei Tage nach dem Hurrikan „Katrina“ an der US-Golfküste an den internationalen Börsen auf sehr hohem Niveau bewegt. In Deutschland führte der hohe Benzinpreis zum Streit um die strategischen Ölreserven.

HB LONDON. Händler begründeten die hohen Ölpreise mit der Angst der Investoren vor Engpässen bei der Versorgung der USA mit Benzin.

Präsident George W. Bush forderte seine Landsleute unterdessen zum sparsamen Umgang mit Benzin auf, „wo sie nur können“. Er erwarte, dass Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, alles tun werde, um mehr Öl zur Verfügung zu stellen. Aber auch die saudiarabischen Kapazitäten seien begrenzt, sagte Bush.

Der Preis für einen Barrel (159 Liter) der US-Leichtölsorte WTI zur Lieferung im Oktober pendelte am Abend um 69 Dollar. Damit entfernte sich der Kurs des Terminkontrakts nur wenig von dem am Dienstag erreichten Rekordhoch von 70,85 Dollar. In London kostete ein Fass der in Europa gebräuchlichen Nordseesorte Brent etwas mehr als 67 Dollar. Die Terminkontrakte auf Heizöl und US-Benzin, stiegen weiter stark an und verhinderten Händlern zufolge einen Rückgang der Rohöl-Preise. Der Terminkontrakt auf US-Benzin hat seit Freitag 30 Prozent zugelegt.

Während die Lage in dem größtenteils überfluteten New Orleans eskalierte, waren im Golf von Mexiko und entlang der Südküste die materiellen Schäden noch nicht absehbar. Nach Angaben der US-Küstenwache werden im Golf mindestens 20 Bohrinseln und Förderanlagen vermisst. Ein Händler in London sprach von einer „unglaublichen Nachricht“. Er sei überrascht, „dass der Ölpreis nicht höher steht.“

Sieben Ölplattformen sind umgestürzt, zwei hängen im flachen Wasser vor der Küste fest. Mehrere Öl- und Erdgas-Pipelines entlang der Küste sind wegen Überflutung oder Stromausfall außer Betrieb. Ölfirmen teilten mit, dass ihre Förderanlagen weniger stark beschädigt als zunächst befürchtet sind. Allerdings wollte sich niemand auf einen Zeitpunkt für die Wiederinbetriebnahme festlegen. Nach Angaben des US-Energieministeriums ist der Hafen Fourchon in Louisiana stark beschädigt. Dort wird ein großer Teil der US-Importe von Rohöl und Erdgas umgeschlagen.

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