Ölpreise auf Talfahrt: Brent fällt unter 100-Dollar-Marke

Ölpreise auf Talfahrt
Brent fällt unter 100-Dollar-Marke

Für den Ölpreis geht es immer weiter abwärts. Erstmals seit zehn Monaten ist der Preis der Nordseesorte Brent unter 100 US-Dollar gefallen. Händler haben bereits eine Ursache für den Preisverfall ausgemacht.
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SingapurDer Preisverfall beim Rohöl setzt sich fort. Erstmals seit zehn Monaten fiel die Notierung für Nordsee-Öl am Dienstag unter die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Erwartungen der Investoren, dass die Weltwirtschaft weiter abkühlen und als Folge die Rohöl-Nachfrage sinken könnte, setzten die Preise unter Druck.
Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 99,15 Dollar, den tiefsten Stand seit neun Monaten. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Mai-Lieferung sank auf 87,73 Dollar.
Am frühen Morgen war der Brent-Preis zeitweise auf 98,00 Dollar gerutscht und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni 2012. Der US-Ölpreis fiel in der Spitze auf 86,06 Dollar und damit auf ein neues Jahrestief.

Zum Minus im Tagesverlauf trugen enttäuschende Konjunkturdaten bei. So sank der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stärker als erwartet. Außerdem hätten Konjunkturdaten aus China und den USA vom Vortag am Markt negativ nachgewirkt, sagten Händler. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft war im ersten Quartal weniger stark ausgefallen als erwartet.

Der ZEW-Stimmungsindikator war schlechter ausgefallen als erwartet, was die Stimmung drückte. Am Montag zeigten Daten aus China, dass das Wachstum des größten Ölverbrauchslands geringer ausgefallen war als prognostiziert. Hinzu kamen Spekulationen, dass der für Mittwoch anstehende Bericht zu den US- Öllagerbeständen einen Anstieg auf das höchste Niveau seit 1990 ausweisen könnte.

“Brent ist wegen des ökonomischen Ausblicks in Europa und China unter hundert Dollar gefallen”, sagte Bill O'Grady, leitender Marktstratege bei Confluence Investment Management in St. Louis. “In Europa sieht das Bild fürchterlich aus, und das Wachstum Chinas verringert sich; das bedeutet, dass die Ölnachfrage nicht so stark zunehmen wird, wie wir erwartet haben.”

Gold erholte sich etwas von den am Montag erlittenen stärksten Verlusten seit 1983 und notierte zuletzt mit 1381,80 Dollar je Unze 2,5 Prozent höher. Marktteilnehmer spekulierten, dass Zentralbanken die gefallenen Preise nutzen werden, um ihre Goldbestände aufzustocken.

“Eine Korrektur von solchem Ausmaß provoziert eine ziemlich robuste Erholung”, sagte Bart Melek, Leiter Rohstoffstrategie bei TD Securities in Toronto, in einem Telefoninterview. “Die Zentralbankkäufe sind positiv und sorgen sicher für Unterstützung.”

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Weil es nicht mehr um Fundamentaldaten, sondern reines Trading geht. Nicht alles ist übrigens gefallen - Anleihen sind gestiegen. Also, das einzige Mittel, wenn man diversizieren möchte. Sonst steigt und fällt ja alles andere im Gleichschritt.

    Jetzt wäre eigentlich die Zeit von Gold als sicherer Hafen gewesen (Boston, Eurokrise, US-Konjunktur), aber das hat nicht funktioniert.

  • Wie kann es eigentlich sein, dass alles (ÖL,Gold,Silber,Bitcoin und mit leichter Tendenz Aktien) fällt ausser dem Dollar,obwohl die FED Dollars druckt ohne Ende?

  • http://www.finanzen.net/rohstoffe/Super-Benzinpreis

    benzin fällt im preis, also jammert nicht.

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